Bürgermeisterwahlen : Stichentscheid in neun Kommunen

In vielen Gemeinden sind Stichwahlen erforderlich. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 46,45 Prozent.

Nach der Wahl ist mancherorts im Land Brandenburg vor der Wahl. Da nicht selten im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit verfehlt wurde, sind etwa in Städten und Gemeinden wie Michendorf (Potsdam-Mittelmark), Hoppegarten (Märkisch-Oderland) oder Wandlitz (Barnim) nun Stichwahlen am 25.September notwendig.

Insgesamt standen am Sonntag neben der kreisfreien Stadt Brandenburg/Havel in 36 Kommunen des Landes Bürgermeisterwahlen an, in 25 wurden die Amtsinhaber bestätigt. In neun Kommunen brachte der Urnengang noch keine Entscheidung. Laut Landeswahlamt lag die Wahlbeteiligung bei 46,45 Prozent, 4,4 Prozent geringer als bei den Bürgermeisterwahlen 2003.

Spannend dürfte es in der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) werden, die neben dem Großflughafen BER Schönefeld liegt und am meisten vom Fluglärm betroffen sein wird, was sich auch im Kampf um das Rathaus niederschlägt: Der bisherige Amtsinhaber Ortwin Baier (SPD) konnte sich nicht im ersten Anlauf durchsetzen. Er erreichte lediglich 48,54 Prozent und muss zur Stichwahl gegen Matthias Stefke von der Anti-Flughafen-Bürgerinitiative Bürgerverein Berlin-Brandenburg (BVBB-WG) antreten, der 32,33 Prozent erreichte.

Dazu hat Baier ein Handicap, da gegen ihn wegen Korruptionsverdachts ermittelt wird. Er soll beim Bau des Rathauses und eines Parkhauses gemauschelt haben. Zwar wird auch gegen die bisherige Amtschefin von Zossen, Michaela Schreiber (Plan B), wegen angeblich illegaler Grundstückgeschäfte ermittelt, was die Wähler nicht störte: Schreiber setzte sich im ersten Wahlgang mit 54,85 Prozent gegen ihren Konkurrenten Carsten Preuß (parteilos) durch, obwohl dieser von SPD und Linken unterstützt wurde. In der Stadt Jüterbog kommt es zu einem Duell zwischen Arne Raue, einem Einzelbewerber, und Maritta Böttcher von den Linken, die vor 1989 SED-Funktionärin war. Und in Milower Land im Havelland lag Amtsinhaber Peter Wittstock trotz Stasi-Vorwürfen mit 41,4 Prozent knapp vor dem jungen SPD-Bewerber Felix Menzel.

CDU-Kandidatin Petra Dombrowski, Ehefrau des Generalssekretärs der Landespartei, ist aus dem Rennen. In mehr als zwanzig Kommunen wurden Amtsinhaber bestätigt. Dazu zählte beispielsweise Udo Haase (parteilos) in Schönefeld (Dahme-Spreewald). thm/mat

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