Der Tagesspiegel : Buga: Jetzt kann die Bundesgartenschau in Potsdam endlich aufblühen

Sandra Dassler

Die erwartet in Kürze ihren 100 000. Besucher. Bis Montagabend hatten die Veranstalter bereits 70 000 Gäste gezählt, die genauen Zahlen für gestern lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Beobachter schätzten jedoch, dass am 1.Mai noch mehr Menschen die Parkanlagen in der brandenburgischen Landeshauptstadt besichtigten als an den beiden Tagen zuvor. Das lang ersehnte schöne Wetter hatte am Sonntag und Montag jeweils 12 000 Besucher angelockt, die sich einer explodierenden Blütenpracht erfreuen konnten.

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Die Bundesgartenschau in Potsdam "Es ist, als ob die Blumen nur auf die höheren Temperaturen gewartet hätten", freut sich der stellvertretende Buga-Sprecher Uwe Salomon, der sich auch mit den bisherigen Besucherzahlen zufrieden zeigte: "Seitdem das Wetter mitspielt, haben wir gewaltig aufgeholt, an den Kassen bildeten sich bereits kleinere Schlangen, aber noch ist der Andrang überschaubar."

Obwohl durchschnittlich rund 15 000 Gäste pro Tag die Schau besuchen müssten, um das angestrebte Ziel von 2,5 Millionen bis zum 7.Oktober 2001 zu erreichen, sind die Veranstalter optimistisch.

Auch Volkmar Wagner teilt diesen Optimismus. Der Marketingchef der Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH betreute gestern einen Info-Bus am Hauptbahnhof. "Jetzt kommen auch viele Berliner" erzählt er, "und das haben wir auch nicht anders erwartet - den Hauptanteil der Gäste werden natürlich die Bewohner der Millionenstadt vor unseren Toren bilden".

Volkmar Wagner und seine Kollegen können mit ihrem Informationsbus, der zumindest an allen Wochenenden und Feiertagen vor dem Potsdamer Hauptbahnhof steht, nicht über mangelnde Nachfrage klagen. Viele Besucher sind dankbar, eine Orientierungshilfe zu erhalten, die meisten haben Fragen: "Komme ich mit meinem Schwerbeschädigten-Ausweis auch auf das Gelände? Mit welcher Straßenbahnlinie kann ich die Buga erreichen? Gelten die Fahrscheine auch als Eintrittskarte?"

Volkmar Wagner verkauft Karten, erteilt Auskünfte, gibt gute Tipps für persönliche Interessen, die sich nicht nur auf die Bundesgartenschau beschränken. Er ist sicher: "Das ist ein gutes Geschäft und eine hervorragende Empfehlung für unseren Verkehrsbetrieb, wir haben uns frühzeitig darauf eingestellt und die Buga ist ja als dezentrales Projekt auf gute Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen." Zu den Höhepunkten der vergangenen Tage zählten die Eröffnung der brandenburgischen Spargelsaison mit der traditionellen 2,80 Meter hohen Spargelpyramide und dem Besuch der Beelitzer Spargelkönigin. Morgen können Gäste bereits ab 10 Uhr das "Quartett Promnenade" bewundern, das Jazz aus Sankt Petersburg in die brandenburgische Landeshauptstadt bringt. Am kommenden Sonnabend steht der Europatag der Behinderten unter dem Motto "Mensch sein, sich des Lebens und der Natur freuen" auf dem Programm, es vergeht kein Tag ohne kulturelle und folkloristische Darbietungen.

Ob die potenziellen Gäste, besonders die Nachbarn aus Berlin, dies mit ihrer Anwesenheit honorieren werden, ist nach den ersten elf Tagen der Gartenschau noch nicht abzusehen. Auch anderswo grünt es derzeit schließlich gewaltig, beim Baumblütenfest in Werder beispielsweise, das durchaus nicht über mangelnde Besucherzahlen klagen kann. Buga-Sprecher Salomon sieht dies aber mitnichten als Konkurrenz, sondern ganz im Sinne der oft beschworenen brandenburgischen Toleranz: "Viele fahren erst nach Werder und dann mit dem Kahn nach Potsdam, auch gut."

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