Der Tagesspiegel : Buga-Knospen: Rosa rugosa - die "Hagebuttenrose"

Simone Leinkauf

Im Islam sind es die weißen Rosen, die aus den Schweißtropfen des Mohammed bei seiner Himmelfahrt entstanden sein sollen, und deshalb als geheiligtes Symbol gelten. Wer rote Rosen verschenkt, wird auf der ganzen Welt verstanden - immer wieder tauchen sie als Symbol irdischer oder göttlicher Liebe auf. Und wo Gott im Spiel ist, da ist Satan nicht weit: Luzifer soll die Kletterrose erschaffen haben, um auf den Dornen bequem in den Himmel steigen zu können.

Rosen also, der Sommer ist ihre Zeit - auch auf der Buga: Zwischen der Biosphäre und den Wällen erstreckt sich das "Rosenband", für das mehr als 13 000 Rosenstöcke zusammen mit Gräsern und Buchsbaum zu 15 überdimensionalen Rosenblüten zusammengefügt sind. Zwischen den edelsten Sorten mit riesigen Blüten finden sich hier Wildrosen: so genannte "Hagebuttenrosen" (Rosa rugosa), die im Volksmund auch als Kartoffel- oder Apfelrosen bezeichnet werden. Sie blühen und fruchten zur gleichen Zeit, die Vitamin-C-haltigen Hagebutten bieten sich zur Verarbeitung als Marmelade an. Der straff aufrecht wachsende Strauch mit seinen wenig verzweigten, dicken, filzig behaarten und borstig stachligen Trieben bildet schnell bis zu zwei Meter hohe Dickichte. Wer bei seinen Edel- und Kletterrosen den ständigen Kampf gegen Rosenbrand, Läuse und ähnliche Schädlinge satt hat, der ist mit der widerstandsfähigen Kartoffelrose gut bedient: Schädlingen und Pilzkrankheiten trotzt sie aus eigener Kraft, braucht wenig Pflege und muss auch nicht ständig zurückgeschnitten werden. Sie gedeiht auf sandigem Boden und an zugigen Stellen.

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