Der Tagesspiegel : Buga: Knospen

Simone Leinkauf

Fast wie eine Rose ohne Dornen: Lange bevor die ersten stachelbewehrten Edelpflanzen ihre Blätter der Sonne entgegen recken, so sie denn scheint, blühen Ranunkeln in Gelb, Weiß, Rot und Rosa in voller Pracht.

Die dicht gefüllten, an Rosen erinnernden Blütenkelche der zweijährigen Beetpflanze bringen von März bis Juni Farbe in den Garten. Die Aussaat zur Frühjahrsblüte sollte im September oder Oktober davor erfolgen - will man Ranunkeln erst im Juni bewundern, so kann die Pflanze im Januar im Topf gezogen werden.

Am besten entwickeln sich die Ranunkeln bei viel Licht und niedriger Temperatur - mehr als 16 Grad führen zu einer Keimhemmung. Die inzwischen zur Modepflanze gewordene Ranunkel, die seit einigen Jahren häufig auch als Schnittblume angeboten wird, gehört wie die Butterblume und das Scharbockskraut zur Familie der Hahnenfußgewächse, die in rund 400 Arten von Südwestafrika bis ins Hochgebirge, ja sogar in der Arktis, zu finden sind.

Nach Europa wurde die türkische Turban-Ranunkel im 16. Jahrhundert eingeführt, persische Ranunkeln sind bei uns seit dem 18. Jahrhundert zu finden.

Und dann wurde heftig experimentiert: Um 1875 züchteten die Franzosen eine Sorte mit weniger Blättern, dafür aber deutlich größeren Blüten als zuvor. 1920 entstanden in Italien dann die so genannten päonenblütigen Ranunkeln - eine wertvolle Sortengruppe, die häufig als Prachtmischung angeboten wird.

Zu diesen gehören auch die auf der Buga ausgesäten Bloomingdale-Hybriden, die sich 20 bis 25 Zentimeter hoch auf straffen Stängeln präsentieren.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben