Der Tagesspiegel : Buga: Nachwuchs auf der Bundesgartenschau? Fehlanzeige

Claus-Dieter Steyer

Während die Macher der Bundesgartenschau hoffen, bei steigenden Temperaturen endlich die ursprünglich geplanten Besucherzahlen zu erreichen, wird eine Altersgruppe wohl auch weiterhin vergeblich erwartet: Die 12- bis 18-Jährigen bleiben der Blütenschau fern. Nur vereinzelt verirren sich Kinder und Jugendliche dieser Altersgruppe in den großen Buga-Park. Meist bewegen sie sich als mehr oder minder mürrisches Anhängsel der Eltern und Großeltern über das Gelände.

Dabei ist diese Beobachtung keine Besonderheit der Potsdamer Schau. Zwei Drittel der an Bundesgartenschauen interessierten Menschen sind laut Statistik jenseits der 50. Gerade deshalb hatten sich die diesjährigen Veranstalter einige Attraktionen für die jüngere Generation ausgedacht. Herumgesprochen haben sich diese Angebote jedoch bislang offenbar noch nicht - wie der Rundgang auf der Buga zeigt.

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Die Bundesgartenschau in Potsdam Wo sonst eher Blasmusik, Chorgesänge und Akkordeonklänge dominieren, sind nun mitunter Technoklänge zu vernehmen. Die Bässe dröhnen aus Lautsprechern hinter der großen Parkbühne. Hier vergnügen sich Skater. Eine großzügige Anlage mit Rampen, Half- und Quarterpipes erlaubt hier riskante Sprünge, Drehungen und andere Kunststücke. "Ganz gut", lautet das Urteil eines 14-Jährigen "Es könnte noch etwas schwieriger sein, aber ist schon o.k." Er schwingt sich von einer Schräge zur anderen und stürzt prompt. Auf der nahen Asphaltstrecke können sich Skateboarder austoben. Die sechs Meter hohen Erdwälle und Betonmauern halten den Lärm in Grenzen.

So ist auf dem angrenzenden Wasserspielplatz wenig von der Techno-Musik zu hören. Im großen Becken werden auf schwimmenden Inseln Piratenkämpfe ausgetragen, während jüngere Kinder auf die Boote klettern, die an Land liegen.

Gleich nebenan fliegen Bälle durch die Luft. "Straßenfußball" stand an der Bande und tatsächlich kämpften zwei Mannschaften gegeneinander. Dieses Angebot werde vom Bundesministerium für Familie und Jugend gefördert, erklärte ein Organisator. Jugendlichen solle damit ein Freizeitangebot unterbreitet werden. Nur der Name Straßenfußball passt nicht so recht zum Programm, denn die jungen Kicker spielen im Buga-Park natürlich auf schönstem Rasen. Nach dem Spiel ging es zum Konzert auf der Parkbühne. Bands und DJs aus der Umgebung zogen alle Register. Für kleinere Kinder sind Klettergerüste, ein Labyrinth aus Hecken oder lange Rutschen bestimmt.

Vielleicht wird das Durchschnittsalter der Buga-Besucher durch die Veranstaltungsreihe "Grünes Klassenzimmer" gedrückt, die in dieser Woche begann. Damit soll unter anderem der Biologie-Unterricht ins Freie verlagert werden. Zwar haben sich schon rund 1500 Klassen angemeldet, aber für weitere 1000 ist noch Platz. Beim Spaziergang fallen den Jugendlichen dann vielleicht die nicht unbedingt auf einer Buga erwarteten Angebote auf. Die Eintrittspreise laden jedenfalls zum Wiederkommen ein. Bis zum vollendeten 16. Lebensjahr kostet ein Besuch vier Mark. Ab 17 Uhr gilt die Abendkarte für sieben Mark auch für die etwas älteren Jugendlichen, so dass Skater oder Konzertbesucher nicht sehr tief in die Tasche greifen müssen.

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