Der Tagesspiegel : Buga-Werkzeugkasten: Der Hackroller

Simone Leinkauf

Meine Freundin bekommt glänzende Augen, wenn sie von ihrem liebsten Arbeitsgerät spricht: Ohne den "Hackroller" würde sie verzweifeln - sie ist Biolandbäuerin und der Hackroller bewahrt sie vor stundenlangem Knien im Gemüsefeld. Schließlich sind chemische Unkrautvertilger auf ihrem Hof streng verboten. Und Unkraut ist das, was selbst der Hobbygärtner, der Wildkräuter pflegt und Löwenzahn in seinem Rasen duldet, am meisten fürchtet - mehr als Schnecken und Wühlmäuse. Unkrautjäten ist frustrierend: Es dauert lange, bis ein kleiner Flecken unkrautfrei ist. Doch lange erfreuen kann man sich an dem Erfolg nicht - nach wenigen Tage sprießen wieder die ersten Halme. Sisyphos lässt grüßen.

Meine Freundin greift deshalb nach ihrem "Hackroller". Das Gerät hat einen scharfen Bügel, der beim Hin und Herschieben vier Zentimeter unter der Erde das Unkraut von den Wurzeln hackt. Vier Rollen mit langen Zacken zerhäckseln das Unkraut und die dazugehörigen Wurzeln und lockern die Erde. Das ganze geht schneller als wenn Unkraut mit der Hand gejätet wird und hat zwei Vorteile: Wenn nicht auf die gelockerte Erde getreten wird, wachsen die Kräuter weniger schnell nach, da diese lockere Erde nicht mögen. Und nutzt man den Hackroller bei gutem Wetter, verbrennt die Sonne die auf der Erde liegenden gekappten Wurzeln. Wird die ganze Prozedur nach ein bis zwei Wochen wiederholt, hat man mit etwas Glück für die kommenden vier Wochen Ruhe. Doch aufgepasst: Der Hackroller darf in einem Beet nicht zu nahe an die Blumen kommen, um deren Wurzeln nicht zu verletzen. Sonst ist das Beet nicht nur vom Unkraut befreit. Im Fachgeschäft kostet der Hackroller als "Gartenfräse" etwa 60 Mark, der Stil für den aufrechten Gang kommt noch dazu.

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