Der Tagesspiegel : Buga-Werkzeugkiste: Die Werderaner Schuffel

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Die Bundesgartenschau in Potsdam Unscheinbar sieht sie auf den ersten Blick aus, fast wie eine Harke, die irgendwie falsch an den Stiel montiert wurde. Der geht am Ende in einen Pistolengriff über, damit die scharfe Schneide besser durch die Erde geschoben werden kann. Denn das ist Sinn und Zweck dieses originellen Gerätes: Im Kampf gegen das Unkraut wird die "Werderaner Schuffel" zwei bis drei Zentimeter tief unter der Erde entlang geschoben - möglichst dort, wo das Unkraut in rauen Mengen wächst: Die Wurzeln werden vom Stiel getrennt und das Unkraut geht ein. Jedenfalls ist das die überzeugend vorgebrachte Behauptung derer, die mit einer Schuffel unterwegs sind. Wie wichtig den Werderaner Bauern das Schuffeln ist, lässt sich an der Behandlung des Gartenwerkzeuges ablesen: Vom Schmied angefertigt, damit das schmale Blatt möglichst fein und scharf und deshalb leicht zu schieben ist, wird sie von manchem Bauern nach Gebrauch immer noch in gefettetes Butterbrotpapier gepackt - die Voraussetzung dafür, dass die Schnittfläche nicht rostet.

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