Der Tagesspiegel : Bundesgartenschau: Im Sinne Lennés

G.S.

Für einen Besuch der Bundesgartenschau sollte sich der Besucher Zeit und wenn nötig Urlaub nehmen. Oder er sollte mehrmals kommen. Dann wird er vielleicht auch Muße finden, die Buga-Kulisse "Bornstedter Feldflur" im Norden Potsdams zu durchwandern. Es ist Flachland. Und es ist eine Kunstlandschaft, diese 65 Hektar große Fläche.

Peter Joseph Lenné hat sie geschaffen, doch im Laufe der Jahrhunderte wurde sie immer mehr zerstört. Seit fünf Jahren fallen hier nun die Betonsilos und auch andere unsägliche Baulichkeiten sind verschwunden, Wege und Alleen wurden neu angelegt. Im Rahmen eines Flurneuordnungsverfahrens wurde das Kunststück fertig gebracht, das Landschaftsbild zu restaurieren und gleichzeitig eine nach ökologischen Gesichtspunkten funktionierende Landwirtschaft zu erhalten. Bis heute hat das rund zwölf Millionen Mark gekostet.

Was ist zu sehen? Die Feldflur selbst mit ihren Gehölzgruppen und historischen Wegen. Ein Ort der Stille. Zu sehen ist auch der Rest des Gutes Bornim, der Persiusturm - Überbleibsel des Amtshauses des auf Geheiß Friedrich Wilhelms IV. angelegten Gutes. Einen Obsthain gibt es aus alter Zeit und einen Gutsgarten, unter der Federführung des italienischen Architekten Roberto Pirzio Biroli nach alten Plänen wieder angelegt. Etwas verloren wirkt das Ganze, aber auch hoffnungsvoll am Rande der Flur. Dazu eine Musterkleingartenanlage - zum ersten Mal auf einer Bundesgartenschau in dieser Form gezeigt. Ganz besondere Lauben im Bauhausstil sollen darauf stehen, Musterstücke sind ausgestellt. Und nahe diesem Gelände, Am Raubfang Nr. 6, liegt in Bornim der Foerster-Garten mit dem unter Denkmalschutz stehenden Senkgarten, wo täglich Führungen stattfinden.

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