Der Tagesspiegel : Bundesgartenschau: Pyramidenstümpfe und eine sonderbare Beule

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Der Urheber des sonderbaren Namens "Pyramidenstümpfe" inmitten des Buga-Parks ist nicht mehr zu ermitteln. Auf jeden Fall hat sich seine Idee gegenüber den sachlich-trockenen Bezeichnungen für die Unterbauten der Staudenprachten nicht nur im Volksmund durchgesetzt. Auch die Fachleute reden inzwischen nur noch vom Pyramidenviertel, wie Pressesprecherin Sigrid Sommer bestätigt. Die Konkurrenz des griffigen Namens war allerdings schwach: Tableau, Steinquader oder eingegrabene Schuppen. Da klingt Pyramidenstumpf doch schon viel besser.

Mehr als ein Dutzend dieser sorgsam aufgestapelten Steinberge liegen auf einer Fläche in der Nähe der großen Pflanzenschau-Halle. Auf ihnen sollen sich Stauden und Pflanzen des typischen Steingartens entfalten. Jetzt zeigen sich die Oberflächen zwar noch recht kahl, aber bei hoffentlich bald steigenden Temperaturen soll sich das schnell ändern. Das versprechen die Gärtner und Floristen.

An zwei Seiten wird das Pyramidenfeld von fünf bis sieben Meter hohen Erdwällen begrenzt. Diese dienten bis zum Sommer 1994 den russischen Streitkräften zur Tarnung ihrer hier abgestellten Panzer. Als sie in ihre Heimat abzogen, endete eine rund 250-jährige militärische Nutzung des Bornstedter Feldes. Heute erlebt das Gebiet nördlich vom Park Sanssouci eine Wandlung zur wichtigsten Kulisse der Bundesgartenschau.

Die beste Aussicht auf den Pyramidenstumpf bieten die Stahlbrücken zwischen den aufgeschütteten Wällen. Zu ihnen gelangen die Besucher über bequeme Rampen, Treppen und Stege. Von oben schweift der Blick auf weitere Attraktionen. Auf der einen Seite liegt das große dreieckige Wasserbecken mit Kaskaden und Wasserspielen. Auf der anderen Hälfte entstand mit der Parkbühne der Veranstaltungsplatz der Buga. Hier wird das Potsdamer Fest am kommenden Freitag mit dem Bundeskanzler und 4500 Ehrengästen offiziell eröffnet.

In Sichtweite befindet sich auch der Wasserspielplatz für Kinder mit Flößen, Inseln und Schiffen. Eine Milchbar aus Holz, Glas und Kupfer erwartet hier ihre Gäste. Auch sie besitzt bereits einen merkwürdigen Namen: Beule. Denn sie schiebt sich etwas sonderbar aus dem angrenzenden Wall heraus ins Freie.

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