Der Tagesspiegel : Bundesgartenschau: Zur Erinnerung an die Buga: ein Grab Schau der Friedhofsgärtner zeigt Entwürfe zum Kaufen

Das teuerste Souvenir von der Potsdamer Bundesgartenschau passt in jede Brieftasche: Es handelt sich um den Kaufvertrag für eine Grabstelle. Die wird mit jenem bis zu 24 000 Mark teuren Papier zwar nicht im Park auf dem Bornstedter Feld angelegt - aber zumindest die Gestaltung des Grabes auf dem heimatlichen Friedhof kann man erwerben. An Ideen dafür mangelt es nicht auf der Buga. Seit der Eröffnung der Gartenschau gehören die Musterarbeiten von Friedhofsgärtnern aus ganz Deutschland zu ihren beliebtesten Zielen. Rund 100 Gräber zählt die Anlage gegenüber dem Spiegelzelt. Bei Gefallen können die recht unterschiedlichen Grabstellen gekauft und so zu einer wahrhaft dauernden Erinnerung an die Buga 2001 werden.

Wie die Umfrage im Info-Pavillon der Friedhofsgärtner zeigt, gehören aufwendig gestaltete und mit Bauelementen verzierte Gräber zu den beliebtesten Arbeiten. Zu den Favoriten zählt bisher die Grabstelle mit Bonsai, einem Brücklein und einem symbolischen Fluss aus Hauswurz und Leberbalsam. Aber auch die letzte Muster-Ruhestätte für das bei einem Autounfall ums Leben gekommene Vater-Tochter-Paar, bei der Teile des Fahrzeuges zwischen den Pflanzen liegen, regt zu vielen Diskussionen an. Allerdings beklagt der Berufsstand gerade auf der Buga den Trend zur anonymen Beisetzung. Geld- und Zeitnot der Hinterbliebenen seien für diese Entwicklung ausschlaggebend. Auf Berliner Friedhöfen würden inzwischen weit mehr als ein Drittel aller Verstorbenen anonym bestattet. Buga-Souvenire wie eine Grabstelle seien die große Ausnahme. Ste.

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