Bundesliga : Klose bestätigt Lyon-Interesse

Es schien nur noch darum zu gehen, wann Miroslav Klose nach München wechseln würde. Das Gerangel um den Stürmer bekommt aber möglicherweise eine ganz neue Wendung.

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Miroslav Klose: Wohin soll die Reise gehen?Foto: dpa

Bremen/MünchenDer FC Bayern hat beim Werben um Miroslav Klose offensichtlich Konkurrenz bekommen, rechnet aber trotzdem mit einem vorzeitigen Wechsel des Fußball-Nationalspielers nach München. "Fakt ist: Miro will zu uns. Ich glaube grundsätzlich, dass es am Ende noch in diesem Sommer zu dem Transfer kommen muss", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge in einem Interview mit dem "Münchner Merkur". Klose bestätigte unterdessen dem Internetanbieter "stern.de" einen Kontakt zum französischen Meister Olympique Marseille: "Die Franzosen sind an meinen Berater Alex Schütt herangetreten. Mehr will ich dazu aber nicht sagen."

Nach längerer Funkstille zwischen München und Werder Bremen sind die Bayern wieder in die Offensive gegangen. "Seit 14 Tagen ist da Stillstand", sagte Rummenigge über den Stand der Verhandlungen, zu denen auch ein von Werder vorgeschlagener Tausch mit Bayerns Nationalspieler Lukas Podolski gehört habe. "Die Bremer wollten einen Tausch mit Podolski, das haben wir abgelehnt", erklärte der Bayern-Chef, der nach wie vor mit einem vorzeitigen Klose-Wechsel rechnet, "weil es sich Werder nicht leisten kann, einen unzufriedenen Spieler ein Jahr durchzuziehen."

Trotz Kloses Ankündigung, spätestens 2008 nach München wechseln zu wollen, und der Bemühungen der Bayern plant Werder mit dem Nationalstürmer. "In unseren Planungen spielt Klose weiter eine zentrale Rolle", sagte Allofs. Der Kader stehe: "Sowohl was die Quantität als auch was die Qualität angehe." Klose hat einen bis 2008 laufenden Vertrag bei Werder Bremen. Bayern soll zehn Millionen für den WM-Torschützenkönig geboten haben.

Unruhe in der Werder-Mannschaft

Innerhalb der Bremer Mannschaft regt sich derweil Unmut über Klose. "Eine schwierige Situation, wenn sich Miro hier nicht mehr wohlfühlt und weg will. Verschenken darf man ihn nicht. Doch wenn das Angebot der Bayern stimmt, muss man ihn schweren Herzens ziehen lassen", sagte Tim Borowski im "Kicker". Nach Torsten Frings ("Dann soll er halt gehen.") sprach sich auch Tim Wiese in der "Kreiszeitung Syke" für einen Wechsel aus: "Wenn er unbedingt weg will, soll man ihn gehen lassen." Borowski sagte zudem: "Aus sportlichen Gründen macht ein Wechsel zu den Bayern eigentlich keinen Sinn. Denn dort kann er nicht wie hier in der Champions League spielen."

Klose bezeichnete unterdessen die Gerüchte über private Probleme als "die widerwärtigste und schmierigste Sache in meiner Karriere". Zudem klagte er gegenüber "stern.de": "Unglaublich war auch, wie einige Boulevardjournalisten immer wieder versucht haben, neue Details zu 'erfinden', obwohl jeder genau wusste, dass ich absolut glücklich verheiratet bin und meine Familie für mich das Größte ist. Ja, das tat alles schon sehr weh, weil es natürlich auch die Familie belastet, wenn man jeden Tag eine neue widerliche Lügengeschichte hört."

Klose sagte zudem zu den Gerüchten, die gegen ihn und sein Management um Berater Schütt gestreut würden: "Ich weiß sehr wohl, aus welcher Richtung das kommt, kann aber zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht mehr darüber sagen, da ich derzeit alle möglichen juristischen Schritte überprüfen lasse." (mit dpa)