Bundesliga : Neuer Bayern-Ärger: Sagnol will weg

Der Franzose Willy Sagnol hat mit überraschenden Wechsel-Ambitionen wieder Unruhe beim FC Bayern München ausgelöst. Zuletzt durfte der Vize-Weltmeister nur in der Regionalliga kicken.

Willy Sagnol
Willy Sagnol. -Foto: ddp

MünchenDer Abwehrspieler, der beim 2:1-Sieg des Bundesliga-Spitzenreiters am Samstag gegen den VfL Wolfsburg erstmals nach seiner langwierigen Knieverletzung wieder auf der Ersatzbank saß, machte seine Wechselabsichten nach dem Spiel öffentlich. Dafür kassierte der Vize-Weltmeister einen Rüffel von Kapitän Oliver Kahn und muss zudem an diesem Montag zum Rapport bei Trainer Ottmar Hitzfeld antreten.

"Ich habe den Verein schon vor einigen Wochen gebeten, dass ich ihn im Winter verlassen kann", sagte der 30 Jahre alte Vize-Weltmeister Sagnol, der in München noch bis 2010 unter Vertrag steht. Über seine Beweggründe wollte sich Sagnol nicht äußern, der Wechselwunsch werde aber "ein Thema sein in ein paar Wochen".

Hitzfeld: "Intern regeln"

Heute nach dem Training mochte sich Sagnol nicht mehr äußern. Dafür kündigte Hitzfeld ein Gespräch mit ihm an. Man wolle die Angelegenheit "intern regeln", sagte der Trainer, der Sagnols Wechselambitionen aber auch keine klare Absage erteilte. "Wir wollen das Thema gar nicht öffentlich ausbreiten", erklärte Hitzfeld nur.

Er habe "große Wertschätzung" für Sagnol, sagte der Coach. "Er ist ein großer Spieler, der viel für den FC Bayern geleistet hat." Kapitän Kahn hatte tags zuvor keinerlei Verständnis für den öffentlichen Vorstoß seines Teamkollegen gezeigt, sondern Sagnol hart kritisiert: "Ich weiß nicht, welche Laus Willy über die Leber gelaufen ist. Wenn man sieben Monate verletzt war, muss man nicht so ein Theater machen und alle verrückt machen. Man muss sich wieder ranarbeiten. So geht es natürlich nicht", erklärte der Torhüter.

Konkurrent Lell

Sagnol ist offenbar unzufrieden damit, dass er nach seiner Verletzung bislang nur bei den Bayern-Amateuren in der Regionalliga Süd zum Einsatz kam. Hitzfeld vertraut auf der rechten Seite weiter Christian Lell, der sich mit guten Leistungen in den Vordergrund gespielt hat. "Wir sind in einer Phase, in der ich nichts riskieren kann. Ich kann Willy Sagnol nicht die Spielpraxis geben. Wir können nicht in der Bundesliga experimentieren, wo wir jetzt um jeden Punkt kämpfen müssen", begründete Hitzfeld seine Maßnahmen.

Sagnol war Anfang April wegen eines Meniskus- und Knorpelschadens am rechten Knie operiert worden. Bevor der Vize-Weltmeister seinen hoch dotierten Kontrakt beim FC Bayern Anfang 2006 um vier Jahre bis zum 30. Juni 2010 verlängerte, hatte er angeblich schon Juventus Turin zugesagt. Als möglicher Interessent im Winter wird Manchester United gehandelt. Sagnol war im Sommer 2000 vom AS Monaco zum deutschen Rekordmeister gewechselt, für den er bislang 176 Bundesligaspiele bestritten hat. (mit dpa)