Bundesliga : Schalke quält sich zum Sieg

Der FC Schalke 04 hat sich dank eines Arbeitssieges gegen Kellerkind MSV Duisburg im Kampf um die Champions-League-Plätze zurückgemeldet. Die Königsblauen zeigten erst in der zweiten Halbzeit ihr Potenzial.

Carsten Lappe,Andreas Schirmer[dpa]
Kuranyi
Durchpusten. Schalke tat sich gegen Duisburg lange schwer. -Foto: ddp

GelsenkirchenWenige Stunden nach dem Traumlos FC Barcelona für das Viertelfinale in der Champions League mühten sich die Schalker im Liga-Alltag zu einem 2:1 (0:1) gegen den Tabellen-Vorletzten aus Duisburg und halten mit 41 Punkten Anschluss an das Führungsquartett der Fußball-Bundesliga. Die Nationalspieler Kevin Kuranyi (60. Minute) mit seinem neunten Saisontor und Heiko Westermann (74.) drehten nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte noch die Partie gegen tapfer kämpfende Duisburger. Der Bulgare Blagoy Georgiew (21.) hatte die Gäste mit einem sehenswerten Heber in Führung geschossen. Der MSV wartet damit weiter auf den ersten Bundesliga-Sieg in Gelsenkirchen seit knapp 14 Jahren.

"Das war der erwartet schwere Gegner", sagte Schalkes Trainer Mirko Slomka. "Es war wichtig, dass wir in der Lage waren, das Spiel nach der Pause noch umzubiegen." Torschütze Westermann sah es ähnlich: "Die standen tief hinten drin. Da war es nicht einfach, durchzukommen. So lange wir gewinnen, ist es mir egal, wer die Tore schießt." MSV-Trainer Rudi Bommer ärgerte sich über die Gegentreffer. "Da haben wir nicht aufgepasst. In der ersten Halbzeit haben wir gute Nadelstiche gesetzt, in der zweiten dann aber zu wenig gemacht."

Duisburg defensiv, aber gut organisiert

Vor 61.482 Zuschauern in der ausverkauften Arena mussten Mladen Krstajic (schwere Bronchitis) und Lewan Kobiaschwili (muskuläre Probleme) bei den Gastgebern kurzfristig passen. Dem MSV fehlte der bislang gefährlichste Stürmer Manasseh Ishiaku (Muskelfaserriss). Dafür feierte der argentinische Winter-Zugang Fernando Avalos sein Startelf-Debüt und gab der Hintermannschaft der "Zebras" die zuletzt vermisste Sicherheit und Stabilität. Zunächst mühten sich die Schalker dann auch erfolglos gegen die gut organisierte MSV-Abwehr.

So war es dem Bulgaren Gergiew vorbehalten, den Glanzpunkt der ersten Hälfte zu setzen. Nach einem Ballverlust von Schalkes Brasilianer Rafinha setzte Georgiew zu einem 50-Meter-Sturmlauf an, düpierte Gustavo Varela und hob den Ball frech über den verdutzten Schlussmann Manuel Neuer hinweg ins Netz. Nach dem ersten Duisburger Treffer in Gelsenkirchen seit mehr als zehn Jahren gab es von den Rängen Hohn und Spott. "Ihr werdet nie deutscher Meister", sangen die MSV-Fans unter dem geschlossenen Dach der Arena.

Manager Müller: "Das ist für Schalke 04 einfach zu wenig"

Von Königsklassen-Format waren die Königsblauen wenige Stunden nach der Champions-League-Bescherung Barcelona für das Viertelfinale am 1. und 9. April weit entfernt. "Das ist für Schalke 04 einfach zu wenig", sagte Manager Andreas Müller in der Pause. "Wir haben sehr sehr viele Fehler im Spielaufbau gemacht und waren oft zu unkonzentriert. Vielleicht waren einige mehr bei der Auslosung und bei Barcelona als beim MSV Duisburg."

Erst nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild mit der Hereinnahme des uruguayischen Nationalspielers Vicente Sanchez für den schwachen Varela (46.) und Gerald Asamoah (69.) für Halil Altintop. Schalke setzte das Kellerkind nun permanent unter Druck, die Duisburger konnten sich kaum noch aus ihrer Hälfte befreien. Kuranyi nach einer Hereingabe von Ivan Rakitic und der aufgerückte Innenverteidiger Westermann aus kurzer Distanz drehten die Partie.