Bundesliga : Sestak fordert mehr Selbstbewusstsein

In der Bundesliga schwärmen alle von den Qualitäten eines Luca Toni oder Miroslav Klose. Aber beim Revierklub Bochum ist einer den beiden Top-Stars dicht auf den Fersen: "Nobody" Stanislav Sestak begeistert die VfL-Fans mit seinem Torhunger. Im Gespräch mit Tagesspiegel.de spricht der Slowake über seine neue Heimat.

Sestak
Im Aufwind: Mit acht Treffern ist Sestak Toni & Klose auf den Fersen -Foto: DDP

Herr Sestak, wie wohl fühlen Sie sich in Bochum?



Meiner Familie und mir geht es gut. Wir haben ein schönes Haus, nette Nachbarn und auch beim VfL fühle ich mich schon sehr heimisch.

Mit acht Saisontoren haben Sie mächtig losgelegt. Tore erleichtern die schnelle Eingewöhnung in einen neuen Klub wohl am besten?

Als ich nach Bochum kam, war es schon sehr schwer, denn ich musste mich komplett umstellen. Außerdem habe ich keine besonders gute Vorbereitung gespielt und bin unserem Cheftrainer heute noch dankbar, dass er mir trotzdem vertraut hat und mich im ersten Spiel gegen Bremen eingesetzt hat. Dass ich dann dort direkt getroffen habe, hat mir auch den Druck genommen.

Hatten Sie ein wenig Sorge, ob Sie ihren Sturm-Vorgänger Theofanis Gekas ersetzen können? Schließlich wurde er in der letzten Saison Torschützenkönig.

Nein, denn wir sind zwei völlig unterschiedliche Spielertypen. Viele Spieler, die noch mit Theofanis zusammen aktiv waren, sagen mir, dass er eher der Vollstrecker ist und ich ein Stürmer, der auch Tore vorbereitet. Beides macht mir Spaß und beides ist für die Mannschaft wichtig.

Bochum ist derzeit Tabellen-Elfter. Geht es in dieser Spielzeit erneut nur um den Klassenerhalt?

Ja, klar. Wenn wir die gewünschten 45 Punkte haben und es sind noch Spiele zu spielen, dann können wir uns neue Ziele setzen.

Wie schätzen Sie Ihren Trainer Marcel Koller ein?

Er ist ein sehr guter Trainer. Er bereitet uns absolut akribisch auf die Partien vor und macht ein richtig gutes Training. Zudem gibt er seinen Spielern Vertrauen und lässt sie auch nach Fehlern nicht sofort fallen. Zu Beginn war die Umstellung im Training für mich schwer, denn Koller lässt viel auf engem Raum arbeiten. Zudem ist ihm taktische Flexibilität und auch die Defensivarbeit sehr wichtig. Ich habe da schon einiges gelernt, will mich aber weiter verbessern.

Was unterscheidet ihn von Ihren vorherigen Trainern?

Jeder Trainer ist anders. Genau wie die Spieler. Die Bundesliga ist mit der Liga in der Slowakei nicht zu vergleichen. Hier wird viel mehr im Raum gespielt, in der Slowakei viel mit Manndeckung. Dafür haben wir mit Zilina sehr offensiv gespielt und als Stürmer musste ich kaum defensiv arbeiten. Das ist jetzt alles völlig anders.

Das letzte Spiel der Hinrunde ist gegen Hansa Rostock. Für die geht es auch gegen den Abstieg. Es wird sicher eine kampfbetonte Partie werden.

Rostock wird zu Hause alles versuchen, um zu punkten. Wir müssen uns selbstbewusster präsentieren, als uns das zuletzt auswärts gelungen ist. Es wird bestimmt ein Spiel werden, bei dem viele Zweikämpfe das Bild prägen. Wir werden alles versuchen, um erfolgreich zu sein und unseren Fans noch ein paar Punkte mit in den Winter zu geben.

Wo wird Bochum am Saisonende stehen?

Wir wollen im gesicherten Mittelfeld landen. Dafür werden wir alles tun.

Das Interview führte Hakan Uzun