Bundesliga-Skandal : Späte Genugtuung: Kobluhn erhält Torjägerkanone

Ex-Bundesligaprofi Lothar Kobluhn bekommt mit über 36-jähriger Verspätung die Torjägerkanone. Der mittlerweile 64-Jährige hatte in der Saison 1970/1971 wegen des Bundesligaskandals auf die Auszeichnung verzichten müssen.

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Lothar Kobluhn wurde mit 36-jähriger Verspätung zum Torschützenkönig erklärt. -Foto: dpa

Frankfurt/MainMit 24 Treffern in der Spielzeit 1970/1971 war Lothar Kobluhn der erste Mittelfeldspieler, dem es gelang, den ersten Rang in der Torschützenliste der Bundesliga zu belegen. Auf die Trophäe musste er allerdings 36 Jahre warten. Der Profi von Rot-Weiß Oberhausen war damals leer ausgegangen, weil sein Klub in den Bundesligaskandal 1971 verwickelt war. Jetzt hat sich das Fachblatt kicker nach reiflicher Überlegung aber doch noch dazu durchgerungen, den 64-Jährigen zu ehren und Kobluhn die Trophäe zukommen zu lassen.

"Lothar Kobluhn ist auf mich zugekommen. Nach Rücksprache mit dem damaligen Chefredakteur und heutigen Herausgeber Karl-Heinz Heimann, der mich nochmal daraufhin gewiesen hat, dass es damals keine Ehrung gegeben hatte, haben wir uns entschieden, die Ehrung nachträglich vorzunehmen", sagte kicker-Chefredakteur Rainer Holzschuh. Ein Termin für die Übergabe der Kanone steht aber noch nicht fest.

Kobluhn nahm das Einlenken mit Genugtuung auf. "Kaum sind 36 Jahre vorüber, sind die Diskussionen auch schon beendet", erklärte er nach Angaben der NRZ.

Kobluhn hatte es für RWO in 107 Bundesligaspielen auf 36 Tore gebracht. Seine beste Saison erlebte er 1970/71, als er Oberhausen mit 24 Treffern in 32 Spielen fast im Alleingang den Klassenerhalt sicherte. Kobluhn verwies Bayern Münchens einstigen Torjäger vom Dienst "Bomber" Gerd Müller und den Lauterer Karlheinz Vogt, die jeweils 22-mal trafen, damit auf Platz zwei.