Bundesliga-Trainer : Klopp Favorit beim BVB, Slomka bei Bayer

Die Anzeichen verdichten sich, dass Jürgen Klopp neuer Trainer bei Borussia Dortmund wird. Auch in Leverkusen sind zwei Kandidaten aussichtsreich im Rennen, die den Job des entlassenen Michael Skibbe übernehmen sollen.

Jürgen Klopp
Trainer Jürgen Klopp verabschiedet sich bei Mainz 05. -Foto: dpa

Dortmund/LeverkusenZwei Vereine, ein Ziel - nach der Trennung von ihren Cheftrainern eint Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen die Suche nach einem erfolgversprechenden Fußball-Lehrer. Ob es zwischen Bayer und BVB nun zu einer Klopperei um Klopp kommt, ist unsicher. Die Anzeichen mehren sich, dass der nach dem verpassten Bundesliga-Aufstieg beim FSV Mainz 05 scheidende Jürgen Klopp vor der Unterschrift in Dortmund steht.

Gespräche wurden bereits geführt, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Präsident Reinhard Rauball wollen rasch handeln. Möglicherweise wird Klopp bereits am Freitag als Nachfolger von Thomas Doll vorgestellt. "Die Entscheidung wird sicher zeitnah fallen", kündigte Rauball an.

Völler teilt Skibbe Rauswurf beim Essen mit

Zwei Tage nach Doll hatte auch Michael Skibbe in Leverkusen die Saison-Analyse nicht überstanden. Unter dem Eindruck des verkorksten Finales zog Bayer die Reißleine und trennte sich am Mittwoch nach 956 Tagen vom Coach. Vor allem für Sportdirektor Rudi Völler, seit langem gut befreundet mit Skibbe, war es eine schwere Entscheidung. Bei einem gemeinsamen Essen habe er ihm mitgeteilt, "dass es nicht mehr weitergeht", erläuterte der Ex-Teamchef im "Kicker".

"Es ging nicht um Personen, es ging um Bayer." Völler räumte ein, dass der etwas zu schlanke Kader in der Saison-Endphase Skibbe nicht viel Alternativen gelassen habe. Den Profis ersparte er keine Kritik: "Es müssen sich auch die Spieler fragen lassen, ob sie in Bielefeld, Duisburg oder gegen Frankfurt immer genug gebissen haben. Da hat einiges gefehlt. Darunter leidet auch der Trainer."

Keine Zeit für lange Suche

Wie der BVB kann sich auch Bayer bei der Trainersuche nicht allzu viel Zeit lassen. Es gilt die kommende Saison vorzubereiten. Als Favoriten am Rhein werden zurzeit Schalkes Ex-Coach Mirko Slomka und Bruno Labbadia (Greuther Fürth) gehandelt. Nach und nach werde man sich mit Kandidaten beschäftigen, so Völler. Das Anforderungsprofil klingt wie das in Dortmund. "Es wird einer kommen, der neues Feuer reinbringt, der die Spieler begeistert. Keiner, der in Interviews glänzt, in denen er in jedem zweiten Satz die Wörter Konzeptfußball und Philosophie unfallfrei unterbringt und deshalb alle meinen, er sei ein toller Trainer", sagte Bayers Sportdirektor.

Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser erläuterte, man habe in vielen Gesprächen lange mit sich gerungen, "weil Skibbe insgesamt sehr gute Arbeit geleistet hat". Doch das Verpassen des internationalen Wettbewerbs wog letztlich wohl auch beim Gesellschafterausschuss zu schwer, weil es den Klub viel Geld kostete. Holzhäuser: "Unter dem Strich sprach vieles für einen unbelasteten Neuanfang mit einem neuen Trainer." (mbo/dpa)