Bundesliga : Victor Agalis dunkelblaues Kapitel

Am Wochenede trifft Victor Agali mit Hansa Rostock auf seinen alten Klub Schalke 04. Dort erlebte er eine schwere Zeit, an deren Ende er aussortiert wurde. Ein Tor gegen den hohen Favoriten käme da gerade recht.

Agali
Unglücklich. Victor Agali und das Schalke-Trikot - das passte nicht zusammen. -Foto: ddp

GelsenkirchenBeim FC Schalke 04 vom Hof gejagt, beim FC Hansa Rostock mit offenen Armen als verlorener Sohn empfangen: Am Samstag trifft Victor Agali in der Fußball-Bundesliga erstmals wieder auf den Revier-Club, der ihn im Jahr 2004 wegen angeblichen Fehlverhaltens aussortiert, suspendiert und mit einer Geldstrafe von 25.000 Euro belegt hatte. "Das Kapitel ist abgehakt. Ein Tor gegen Schalke wäre aber dennoch perfekt", sagte der Nigerianer.

Noch hat der 28-Jährige, der bereits zwischen 1998 und 2001 in Rostock gespielt hatte, keinen Treffer in dieser Saison für die Hanseaten erzielt. Trainer Frank Pagelsdorf hält dennoch an ihm fest. "Mit seiner Spielweise ist er für die Mannschaft sehr wichtig. Er ist sehr wuchtig und zieht meist zwei Gegenspieler auf sich. Da kommt ein Dobermann und kein Pudel", sagte Pagelsdorf. Agali wirkt zudem mit seinen 1,93 Meter wie ein Leuchtturm in der Rostocker Offensive, der hohe Bälle scheinbar magisch anzieht.

Probleme mit Jupp Heynckes

Abschreckend war dagegen sein letztes Jahr bei Schalke . Ausgangspunkt sei nach Agalis Worten die Verpflichtung von Trainer Jupp Heynckes gewesen. "Das war sicherlich nicht so schön", umschrieb Agali diplomatisch und mit ruhiger Stimme die Geschehnisse von damals. Vom ehemaligen Heißsporn scheint nicht mehr übrig gelieben zu sein. Überlegt wählt er seine Worte. Doch ganz kann er seinen Rauswurf nicht vergessen.

"Manager Rudi Assauer sagte nach dem Afrika-Cup 2004 zu mir, du bist der letzte Spieler im Kader. Du hast keine Chance mehr. Auf Schalke gab es damals halt einen Gott, der alles entschieden hat", erzählte Agali, der im Jahr 2001 für rund fünf Millionen Euro von Rostock zu Schalke gewechselt war.

25.000 Euro Geldstrafe

Agali wurde zu den Amateuren abgeschoben. Als er dann verletzt war, sollte er eine Rehabilitationszentrum besuchen. "Ich war da. Doch da hat sich keiner um mich gekümmert", schilderte der Stürmer seine Sicht der Dinge. Die Gelsenkirchner Variante sieht anders aus: Agali sei nicht im Rehabilitationszentrum aufgetaucht. Die Folge: 25.000 Euro Geldstrafe und die endgültige Trennung nach 54 Spielen und 14 Toren.

"Ich habe bei Schalke nur noch mit Mike Büskens Kontakt, der jetzt die zweite Mannschaft trainiert", meinte Agali, der die "Königsblauen" als einen "Top-Club" und die ersten Jahre als "sehr schön" bezeichnet. Seinen ersten Treffer für die Schalker markierte er ausgerechnet im Heimspiel gegen Rostock. "Ich hoffe, dass es diesmal gegen Schalke ähnlich läuft." (mit dpa)