Bundesliga-Vorschau : Hitzfeld: "Wir müssen lebendiger werden"

Ottmar Hitzfeld schwört vor dem Rückrunden-Auftakt bei Hansa Rostock sein Team mental ein. Vor allem wünscht sich der Bayern-Trainer ein emotionaleres Auftreten seiner Spieler.

Thomas Häberlein[sid]
Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld
Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld. -

München/RostockVor seinen letzten vier Monaten als Trainer von Bayern München sprüht Ottmar Hitzfeld vor Energie. Am Saisonende wird er den deutschen Fußball-Rekordmeister zum zweiten Mal verlassen, sein Nachfolger Jürgen Klinsmann steht schon wie ein Schatten hinter ihm, doch der Druck, der auf ihm lastet, scheint ihn eher zu beflügeln.

"Ich freue mich, dass es endlich losgeht und die Bundesliga wieder ins Rollen kommt. Wir sind sehr gut vorbereitet", sagt Hitzfeld vor dem Rückrundenauftakt am Freitagabend (20.30 Uhr/live in der ARD und bei Premiere) bei Hansa Rostock.

Hitzfeld stachelt Spieler an

Trotz angeblich guter Vorbereitung stachelt Hitzfeld seine Mannschaft vor dem Gastspiel in Rostock auch noch gehörig an - und nimmt sie gleichermaßen in die Pflicht, jetzt alle Konzentration nur auf das Sportliche zu lenken. "Wir müssen Emotionen zeigen, die sind sehr wichtig. Die Mannschaft muss lebendiger werden", fordert er und fügt hinzu: "Wir werden gejagt werden, deshalb müssen wir uns mental verbessern." Ohne den nötigen Willen, sagt Hitzfeld beinahe beschwörend, "können wir keinen Blumentopf gewinnen". Dieser "Funke" aber, betont er, "muss von der Mannschaft gezündet werden."

Nach dem Aufgalopp im Achtelfinale des DFB-Vereinspokals gegen den Wuppertaler SV (5:2) stehen Hitzfeld noch maximal 29 Spiele mit dem FC Bayern bevor, im Idealfall gewinnt er neben der Meisterschaft dann auch noch die Endspiele im DFB- und im Uefa-Pokal. Und deshalb will der 59-Jährige trotz der Einwände von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ("Fußball ist keine Mathematik") auch weiterhin rotieren. "Warum sollte ich die Rotation einschränken. Das war immer ein Erfolgsrezept", betont Hitzfeld und signalisiert damit den Spielern: "Jeder muss sich beweisen."

Hitzfeld erwartet Kampfspiel in Rostock

Als Beweismittel kommt Hitzfeld das Spiel in Rostock womöglich nicht einmal so ungelegen. Zwar sinniert er: "Vielleicht wäre es im ersten Spiel besser, gegen eine Mannschaft zu spielen, die nicht im Abstiegskampf steckt." Zugleich aber erklärt Hitzfeld das Spiel zum Härtetest, es ist eine gute Gelegenheit für ihn zu überprüfen, auf wen er sich verlassen kann: "Wir sind gewappnet für ein Kampfspiel", meint er und betont: "Da müssen wir uns um 20 bis 30 Prozent steigern" - und gerade in der Defensive "viel kompakter auftreten."

Steigern wollen sich auch die Rostocker, was nach dem Aus im DFB-Pokal bei 1899 Hoffenheim (1:2) eine Selbstverständlichkeit ist. "Mit der Leistung haben wir gegen Bayern keine Chance", weiß Trainer Frank Pagelsdorf: "Ich erwarte jetzt eine Reaktion vom Team." Gegen einen Gegner wie den FC Bayern werde das naturgemäß nicht so einfach werden, "das ist seit 20 Jahren der Überverein in Deutschland", sagt Pagelsdorf. Bangemachen aber gilt nicht, versichert er: "Ich werde trotzdem keine Manndeckung spielen lassen - nicht gegen Ribery oder sonstwen."