Bundespräsident : Justiz untersucht Angriff auf Köhler

Die Frankfurter Staatsanwalt untersucht den Angriff auf Bundespräsident Horst Köhler. Nach der Verleihung des Frankfurter Friedenspreises am Sonntag hatte ein Mann Köhler am Kragen gepackt. War es Gewalt oder "hartnäckiges Begehren"?

Köhler Frankfurt
Bundespräsident Horst Köhler nach der Attacke in Frankfurt am Main. -Foto: Bundespresseamt/dpa

Frankfurt/MainNach dem Angriff auf Bundespräsident Horst Köhler am Sonntag in Frankfurt prüft die Justiz strafrechtliche Schritte gegen den 44-jährigen Mann. "Möglicherweise handelt es sich aber nicht um eine Attacke, sondern um hartnäckiges Begehren", sagte die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu.

Der Ingenieur aus Offenbach hatte Köhler aus einer Menschenmenge heraus am Revers gefasst, bevor er überwältigt wurde. Der hoch verschuldete Mann, den die Polizei wenige Stunden später wieder auf freien Fuß setzte, wollte nach eigenen Angaben Köhler um Hilfe bitten. Der Bundespräsident war nach der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Paulskirche auf dem Weg zum wenige Meter entfernten Rathaus Römer. Köhler blieb unverletzt.

Die Staatsanwaltschaft will die Angaben des 44-Jährigen sowie die der Polizeibeamten und Personenschützer prüfen, bevor über die strafrechtliche Bedeutung des Vorfalls entschieden wird, wie Möller-Scheu sagte. Generell komme versuchte Nötigung oder versuchte Körperverletzung in Betracht. "Es sieht aber nicht so schlimm aus wie zunächst angenommen", betonte Möller-Scheu. Eine Entscheidung sei in einigen Tagen zu erwarten. (mit dpa)