Bundestagswahl : Hilsberg verliert Sitz im Bundestag

Brandenburgs SPD stellt einen der profiliertesten Sozialdemokraten Ostdeutschlands aufs Abstellgleis. Stephan Hilsberg, 52, der Mitgründer und Vorsitzende der 1989 in der DDR gegründeten SDP und spätere Fraktionsvize im Bundestag, wird nach der Wahl 2009 nicht mehr dem Parlament angehören.

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Thomas Hilsberg wird wohl seinen Sitz im Bundestag verlieren.Foto: ARC

Potsdam Hilsberg wurde von der Parteibasis im Wahlkreis Elbe-Elster/Oberspreewald-Lausitz II nicht wieder als Direktkandidat aufgestellt. Er unterlag mit 37 zu 52 Stimmen gegen Thomas Zenker, Bürgermeister von Großräschen. Ein Einzug Hilsbergs über die Landesliste scheint sehr unwahrscheinlich.

Der Unangepasste

Hilsberg, der seit 1990 im Bundestag saß, war in den eigenen Reihen als "Unangepasster“ nie unumstritten. Er gehörte zu den schärfsten Kritikern rot-roter Bündnisse, er attackierte seinen Parteifreund, den damaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe, wegen dessen Stasi-Kontakten zu DDR-Zeiten ebenso wie wegen Defiziten der damaligen SPD-Alleinherrschaft. Nach dem Ende von Rot-Grün auf Bundesebene hatte Hilsberg seiner Partei "Lebenslügen“ in der Arbeitsmarktpolitik unter Kanzler Schröder vorgeworfen.

Der Bundestagsabgeordnete Markus Meckel kritisierte scharf, dass mit Hilsberg einer der kompetentesten Politiker Ostdeutschlands abserviert worden sei und mit ihm ein Symbol der friedlichen Revolution von 1989. Der Generalsekretär der Landes-SPD, Klaus Ness, sprach dagegen von einer "normalen demokratischen Entscheidung“. Für diese Demokratie habe auch Hilsberg gekämpft. (thm)

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