Bundeswehr : Ministerium heizt Streit ums Bombodrom an

Ginge es nach Matthias Mantey, dem Sprecher des Verteidigungsministeriums, so soll das Bombodrom demnächst als Übungsplatz für das Heer dienen. Diese Aussage erzürnt die Landesregierung. Am Ende machte Mantey einen Rückzieher.

Wittstock/Berlin - Erneut gibt es Wirbel um die Zukunft des Bombodroms. Verursacht hat ihn der Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums Matthias Mantey. Im Rundfunk erklärte er, dass es denkbar sei, das Gelände als Übungsfläche für das Heer zu nutzen. Bis zu seiner Schließung diente das Areal als Bombenabwurfplatz. Die Bundeswehr plante ursprünglich, dort einen Luft-BodenSchießplatz zu errichten.

Die Äußerung führte sofort zu Protesten in der Region. So erzürnt sich Christian Gilde (SPD), Landrat im Kreis Ostprignitz-Ruppin: „Es wird auf keinen Fall einen Kompromiss geben.“ Eine militärische Nutzung schloss er aus.

Die Landesregierung, die sich klar gegen die militärische Nutzung des 14 000 Hektar großen Geländes ausspricht, zeigte sich irritiert und wies auf einen Widerspruch hin. Regierungssprecher Thomas Braune: „Unseres Wissens hat die Bundeswehr gerade ein Konzept umgesetzt, das die Schließung von Standorten vorsieht.“

Ministeriumssprecher Mantey sieht sich missverstanden. „Die Aussage war rein spekulativ“, sagte er auf Nachfrage. Das Gelände gehöre zwar immer noch dem Bund. Zur künftigen Nutzung des Bombodroms gebe es aber keinen neuen Sachstand. Anfang Juli dieses Jahres hatte die Bundeswehr auf den früheren Schießplatz der Sowjetarmee verzichtet. Vorausgegangen waren zahlreiche Protestaktionen, ein 15 Jahre langer Rechtsstreit. hel

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