Bundeswehr : Nato-Generalsekretär: Deutschland soll Afghanistan-Einsatz ausweiten

Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hat sich für eine Ausweitung des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan ausgesprochen. Er begrüße jede Investition in die Verbesserung der militärischen Fähigkeiten der Nato

Deutscher Soldat in Afghanistan Foto: ddp
Deutscher Soldaten in Afghanistan: Die Amerikaner fordern Unterstützung im Süden. -Foto: ddp

HamburgDeutschland leiste als Führungsnation im Norden "vorbildliche Arbeit". Aus seiner Sicht könne die Internationale Schutztruppe "natürlich auch anderswo in Afghanistan mehr davon gebrauchen", sagte de Hoop Scheffer der "Bild am Sonntag". Er nehme zur "Kenntnis, dass es bei vielen Nationen Einsatzbeschränkungen gibt", sagte De Hoop Scheffer weiter. Deshalb lasse er aber nicht nach "in dem Bemühen, diese so weit wie möglich reduziert zu sehen."
  
Der Nato-Generalsekretär wies Befürchtungen zurück, die Bundeswehr sei nicht ausreichend auf einen Kampfeinsatz im Norden vorbereitet. "Ich habe keinen Zweifel, dass eine deutsche schnelle Eingreiftruppe für ihren Auftrag optimal ausgerüstet und ausgebildet sein wird", sagte er. Gleichzeitig aber forderte er Deutschland auf, mehr in die Streitkräfte zu investieren. Die Nato brauche Streitkräfte, die "das gesamte Spektrum von Friedenserhaltung bis zum Kampfeinsatz abdecken können". Deshalb begrüße er "jede Investition in die Verbesserung unserer militärischen Fähigkeiten."
  
US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte die Deutschen aufgefordert, Soldaten für Kampfeinsätze im besonders gefährlichen Süden des Landes zur Verfügung zu stellen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und führende Regierungspolitiker lehnten dies strikt
ab. Am Mittwoch war in Berlin bereits eine Bitte der Nato eingegangen, für den Norden des Landes einen Kampfverband mit etwa 250 Mann zur Verfügung zu stellen. (mfa/afp)