Bundesweiter Preisvergleich : Abwasser in den neuen Bundesländern am teuersten

Nicht nur das Trinkwasser ist ein kostbares Gut, sondern auch das Abwasser. Zum ersten Mal wurden die Kosten für die Abwasserentsorgung deutschlandweit gegenübergestellt. Die brandenburgische Landeshauptstadt wurde von den Experten zur teuersten Kommune gekürt.

Abwasser
Die Abwasseraufbereitung kostet Geld. -Foto: dpa

Berlin/KölnDie Potsdamer zahlen die höchsten Abwassergebühren in Deutschland. Das geht aus dem ersten bundesweiten Vergleich der Abwasserkosten hervor, den die Initiative für Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) am Dienstag vorgestellt hat.

"Die Kommunen müssen verpflichtet werden, den Bürgern ihre Kalkulationsgrundlagen für die Abwasserentsorgung offenzulegen", forderte INSM-Geschäftsführer Dieter Rath. Transparenz sei wichtig, damit die Bürger wüssten, wie die bundesweit sehr unterschiedlichen Abwasserpreise zustande kämen, denen sich niemand entziehen könne und die deshalb letztlich einen steuerähnlichen Charakter hätten.

Experten stellen ausgeprägtes Ost-West-Gefälle fest

Die Bürger in Potsdam zahlen der Studie zufolge rund dreieinhalb Mal so viel für ihr Abwasser wie die Menschen in Kassel, die im bundesweiten Vergleich von 100 Großstädten die geringsten Abwasserkosten zu tragen haben. Für die Entsorgung von 184 Kubikmetern Abwasser hat eine vierköpfige Familie in Potsdam 786 Euro im Jahr zu zahlen, in Karlsruhe dagegen 226 Euro.

Generell sei ein ausgeprägtes Ost-West-Gefälle bei den Abwasserentsorgungsgebühren festzustellen, sagte Rath. Im Schnitt fielen im Jahr in den untersuchten Städten der neuen Bundesländer bei einer vierköpfigen Familie rund 555 Euro Abwassergebühren an, gegenüber 469 Euro im Westen.

Im Auftrag der INSM haben Wissenschaftler der IW Consult GmbH in Köln die Abwasserpreise sowie weitere Gebühren wie für den Kanalanschluss, die manche Städte in Zusammenhang mit der Abwasserentsorgung erheben, analysiert. Ermittelt wurden Gesamtpreise für die Abwassermenge, die bei einer vierköpfigen Familie mit Einfamilienhaus im Durchschnitt jährlich anfallen. (ml/ddp)

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