Bushs beste Sprüche : "Ein Mädchen aus Texas - so wie ich"

Zum Ende seiner Amtszeit muss George W. Bush eine Menge aushalten. Viele nutzen schnell noch die Gelegenheit zur Abrechnung. Dafür kommen sowohl seine Taten als auch seine Reden in Frage. Besonders in letzter Hinsicht hat er sich gerne mal verhauen. Bushs größter Kampf war der mit seinen eigenen Worten - eine Nachlese.

Bush winkt
Häufig "missunterschätzt": George W. Bushs Redekünste werden nicht nur Medienvertretern fehlen. -Foto: AFP

WashingtonNicht immer ist es dem Präsidenten gelungen, den eigenen Wortfluss zu bändigen. Immer wieder flossen die Worte ungeordnet aus dem Munde von George W. Bush, sie reihten sich zu seltsamen Sätzen und trugen die Gedanken mit sich fort, die sich hinter ihnen verborgen haben mochten. Bushs Kampf mit Grammatik und Wortschatz hat das Publikum in den USA acht Jahre lang amüsiert - so sehr, dass sich dafür ein eigener Begriff gebildet hat: Ein „Bushismus“ ist eine Bush-typische fehlerhafte Satz- oder Wortkonstruktion.

Zu den Klassikern zählen jene Passagen, in denen Bush versehentlich etwas ganz anderes zu sagen scheint, als er eigentlich meint. Paradebeispiel ist eine denkwürdige Rede aus dem Jahr 2004, in der Bush warnte: "Unsere Feinde sind erfindungsreich und gut ausgerüstet - so wie wir. Sie denken ständig darüber nach, wie sie unserem Land schaden können - so wie wir.“

In dieselbe Kategorie fällt eine launige Rede in Nashville, in welcher der Präsident ohne Absicht Fragen zu seiner geschlechtlichen Identität aufwarf: "Ich freue mich, dass mein Freund, Senator Bill Frist, heute abend hier ist. Er hat ein Mädchen aus Texas geheiratet, Karyn. Sie ist auch hier. Ein west-texanisches Mädchen, genau wie ich.“

"Wo den Flügeln Träume wachsen"

Besonders oft verstolperte sich der Texaner, wenn er sich in rhetorischem Pathos versuchte: "Die Familie ist da, wo unsere Nation Hoffnung findet, wo den Flügeln Träume wachsen“, rief Bush einmal dem Publikum zu. Auch eine Äußerung zum Umweltschutz ließ aufhorchen: "Ich glaube an die friedliche Koexistenz von Mensch und Fisch.“ Andere Feststellungen zur Ökologie sorgten ebenso für Stirnrunzeln: "Es ist nicht die Verschmutzung, welche die Erde ruiniert, sondern es ist die Unreinheit von Luft und Wasser.“ Der Spott der Medien war Bush für solche Äußerungen sicher.

"Sie missunterschätzen mich“, sagte er dazu einmal in einer seiner unvergleichlichen Wortneuschöpfungen. Häufig ist es einfach nur das Ungeschick, passende Worte aneinanderzureihen, das Bushs Redestil prägt. Eine Rede des Präsidenten zu Missständen in der ärztlichen Versorgung gipfelte einmal in der Feststellung: "Zu viele Gynäkologen sind nicht in der Lage, ihre Liebe zu Frauen zu praktizieren.“ Hier hätte das Volk gerne Näheres erfahren.

Bei einem Empfang im Weißen Haus sorgte Bush für Verwunderung mit der Bemerkung: "Ich bin stolz, die Hand eines tapferen irakischen Bürgers zu schütteln, dem Saddam Hussein die Hand abgehackt hat.“ Klarer ist Bush hingegen oft bei spontanen Einwürfen: "Danke, Eure Heiligkeit. Super Rede!“, lobte er im April 2008 seinen Gast Papst Benedikt XVI.

"In meiner Lage der Nation"

Auf dünnem Eis bewegt sich Bush, wenn er seine Reden nicht vom Teleprompter abliest, sondern in freier Rede nach Sinn und Wörtern sucht. Heillos im Satzbau verhedderte sich der Präsident, als er 2002 bei einem Besuch in Connecticut auf seine vorangegangene Rede zur Lage der Nation verwies, in der er die Bürger zu ehrenamtlichem Engagement aufgefordert hatte: "In meiner Lage, meiner Lage der Nation, oder Lage - in meiner Rede an die Nation, egal wie das heißt, die Rede an die Nation, habe ich die Amerikaner gebeten, 4000 Jahre zu geben, 4000 Stunden für den Rest ihres Lebens, als Dienst an Amerika.“

Bei allem Spott, der sich wegen der verbalen Verkrampfungen über Bush ergoss, muss dem Präsidenten eines zugute gehalten werden: Seine Äußerungen sind nicht von Eleganz, bisweilen aber von entwaffnender Offenheit geprägt. Im Jahr 2003 sinnierte er vor Journalisten: Ich bin nicht sehr analytisch. Wissen Sie, ich verwende nicht viel Zeit darauf, über mich nachzudenken und darüber, warum ich etwas mache.“ (sp/AFP)