Der Tagesspiegel : Cargolifter: Luftschiff stürzt aus allen Wolken Geld reicht nur noch einige Tage

NAME

Brand. Dem schwer angeschlagenen Luftschiffbauer Cargolifter droht ohne kurzfristige Finanzspritzen schon kommende Woche die Zahlungsunfähigkeit. Brandenburgs Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß (CDU) bestätigte am Samstag dem Tagesspiegel entsprechende Briefe von Vorstand und Aufsichtsrat an die Landesregierung. Nach Informationen des Magazins „Focus“ ist ein Schreiben mit der Bitte um kurzfristige Hilfe auch an Bundeskanzler Gerhard Schröder gegangen. Den Briefen zufolge soll die Liquidität des Unternehmens, das jetzt auf öffentliche Hilfen drängt, nur noch bis Montag sichergestellt sein. Fürniß wies das ultimative Drängen Cargolifters nach einer öffentlichen Finanzspritze Brandenburgs – gefordert wird ein Darlehen über 50 Millionen Euro - jedoch erneut zurück: „Wir lassen uns nicht unter Druck setzen“, betonte der Minister.

Er stellte klar, dass „ohne eine gesicherte Gesamtfinanzierung das Land kein Geld geben kann und darf.“ Eine Gesamtfinanzierung für Cargolifter ist aber ungewisser denn je: Das Unternehmen benötigt nach eigenen Angaben noch rund 400 Millionen Euro, um das Riesen-Transport-Luftschiff zur Serienreife zu bringen. Eine Wandelanleihe, mit der bis zu 49,5 Millionen Euro in das Unternehmen fließen sollten, brachte bislang nur 3,8 Millionen Euro. Das Unternehmen hat zwar beim Bund einen Antrag auf Gewährung eines Darlehens über 300 Millionen Euro eingereicht. Doch hatte das Bundeswirtschaftsministerium erst am Freitag bestätigt, noch nicht mit der Prüfung des Antrags begonnen zu haben.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß stellte klar: Voraussetzung für ein Landesengagement wäre ein „klares Signal“ des Bundes für das 300-Millionen-Darlehen. Allerdings lohne es sich, darum zu kämpfen, die Technologie im Lande zu halten, sagte Fürniß. Auch Cargolifter-Vorstand Carl von Gablenz hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass es sich um Hilfe für eine Zukunftstechnologie handele. Das Potsdamer Kabinett will sich am Dienstag mit dem Fall befassen. Regierungsintern ist der Unmut über das „unseriöse“ Geschäftsgebahren und den „Erpressungsversuch“ von Cargolifter allerdings groß: Die „plötzliche Dramatik“ sei nicht nachvollziehbar, hieß es. „Es sei denn, das Unternehmen hat bisher nicht mit offenen Karten gespielt.“thm

0 Kommentare

Neuester Kommentar