Der Tagesspiegel : CDU-Klausurtagung: Scharfe Kritik von Reiche an CDU-Beschlüssen zu Bildungspolitik

Mit scharfer Kritik hat Brandenburgs Bildungsminister Steffen Reiche (SPD) auf die jüngsten Beschlüsse der CDU zu Veränderungen im Schulwesen reagiert. "Ein Systemwechsel ist mit mir nicht zu machen", sagte Reiche. Die auf der CDU-Klausurtagung in Michendorf bei Potsdam formulierten Ziele - unter anderem die Einführung von der vierjährigen Grundschule und von Hauptschulen - bezeichnete Reiche als "Rückfall in alte ideologische Gräben." Zudem stünden die CDU-Beschlüsse nicht in Übereinstimmung mit dem Koalitionsvertrag, betonte der Minister.

Wer laut Reiche ein gemeinsames Land Berlin-Brandenburg wolle, der dürfe nicht die sechsjährige Grundschule als eine wichtige Gemeinsamkeit auflösen. "Eine Umstellung auf vier Jahre will nur eine Minderheit, die CDU ist jedoch eine Volkspartei", betonte Reiche. Eine Einführung der vierjährigen Grundschule würde Unsummen kosten und zudem bedeuten, dass zehn Jahre Schulentwicklungsplanung in den Kommunen für den Papierkorb wäre. Die Grundschule im Land sei im nächsten Jahr am Ende einer großen organisatorischen Umwälzung. "Man sollte ihr weitere Veränderungen nicht jetzt schon wieder zumuten." Kritik übte Reiche auch an dem Beschluss der CDU, die Gesamtschulen abzuschaffen und stattdessen nur Haupt- und Realschulen anzubieten. Es liege ein Vorschlag seines Ministeriums vor, für das Nebeneinander dieser Schulformen: die "Sekundarschule".

Mit Blick auf die Querelen der jüngsten Zeit, unter anderem in Sachen Asylpolitik, bat Reiche den Koalitionspartner, "die Grenzen der Zumutung nicht ständig neu auszutesten." Gleichzeitig betonte der Minister jedoch: "Wir wollen keinen Koalitionskrach, sondern gut zusammenarbeiten."

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