Der Tagesspiegel : CDU verlangt von ihrem Chef mehr Stärke

Potsdam - Die Schonzeit für Brandenburgs CDU-Landesvorsitzenden Ulrich Junghanns ist vorbei. Knapp drei Wochen vor dem CDU-Landesparteitag werden in den eigenen Reihen Stimmen lauter, die den Nachfolger von Jörg Schönbohm zu größerer Durchsetzungsstärke gegenüber den Sozialdemokraten in der Koalition mit der SPD drängen. „Die Partei erwartet, dass wir uns von der SPD nicht die Butter vom Brot nehmen lassen“, sagt Jan Redmann, Landeschef der Jungen Union. Der 27-jährige Jura-Student will auf dem JU-Landestag am heutigen Sonnabend in Potsdam erneut für den Vorsitz der mit 700 Mitgliedern größten parteinahen Jugendorganisation in Brandenburg kandidieren. Die „Jungen Wilden“, wie Schönbohm sie oft nannte, galten schon immer als Seismograf für die Stimmung in der CDU-Mutterpartei. Zwar hat sich dort die Situation unter Junghanns, der am 27. Januar den Machtkampf um den Vorsitz gegen den über die „E-Mail-Affäre“ gestürzten Ex-Generalsekretär Sven Petke knapp gewonnen hatte, zumindest stabilisiert. Im Landesvorstand, der von Anhängern des jetzigen Vizeparteichefs Petkes dominiert wird, „haben sich die Wogen halbwegs geglättet“, sagt Redmann. „Man hat einen Modus Vivendi gefunden.“ Nun müsse es darum gehen, dass die Union ihr Programm stärker als bisher in der Koalition erkennen lasse.

So liegt nach seinen Worten vielen in der Partei schwer im Magen, dass die CDU sich gegenüber der SPD mit ihren Forderungen nach einer zügigen Direktwahl von Landräten, aber auch einem Klagerecht für Private gegen die Konkurrenz durch kommunale Firmen nicht durchsetzen konnte. Jetzt gebe es in der Partei die Erwartung, dass die Union mit ihrer Forderung nach der Zulassung einzügiger Oberschulen nicht einknicke.

Junghanns wird heute zum ersten Mal auf einem JU-Landestag auftreten. Die Erwartungen an seine Rede sind auch deshalb hoch, weil Vorgänger Schönbohm gerade dieses Podium regelmäßig für harte Attacken auf die SPD genutzt hat. thm

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