CDU-Vorstandsvotum : Spannungen in der Partei halten an

Das Votum des Landesvorstandes für Sven Petke als künftigen Vorsitzenden sorgt weiter für Unstimmigkeiten in der CDU. Kritiker verurteilen den parteiinternen Umgang miteinander.

Potsdam - Unter anderen übt der Kreisverband Frankfurt (Oder) scharfe Kritik an dem Vorgehen. Wenn das ein Hinweis auf den neuen Politikstil in der CDU sei, werden Gräben noch vertieft, sagte Fraktionschefin Carola Leschke. Der Kreisvorsitzende Stefan Große Boymann bezeichnete insbesondere das Verhalten der Landesvorstandsmitglieder und Bundestagsabgeordneten Jens Koeppen und Katherina Reiche als "Sauerei". Es sei eine Grenze im Umgang miteinander überschritten worden.

Koeppen hatte am Dienstagabend überraschend einen Antrag in den Landesvorstand eingebracht. Danach sollte sich das Gremium zur Frage der Nachfolge für den bisherigen Landeschef Jörg Schönbohm positionieren. Der Antrag wurde von Reiche unterstützt. Petke erhielt zwölf Stimmen. Sein Kontrahent, Schönbohms Wunschnachfolger Ulrich Junghanns, bekam sieben Stimmen.

Kritikern wird Kriminalisierung vorgeworfen

Der neue Vorsitzende wird am 27. Januar gewählt. Der Sonderparteitag war im vergangenen Jahr wegen der E-Mail-Affäre einberufen worden, in deren Folge Petke als Generalsekretär zurückgetreten war. Nur einen Tag später hatte der 39-Jährige trotz der Vorwürfe, wonach er den E-Mail-Verkehr des Vorstandes überwacht haben soll, seine Kandidatur für den Landesvorsitz bekannt gegeben.

Der stellvertretende Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Uckermark, Henryk Wichmann, verteidigte das Vorgehen im Vorstand. Schönbohm habe früher auch ein Votum des Vorstandes erhalten. Den Kritikern warf Wichmann vor, die Mehrheit des Landesvorstandes zu kriminalisieren. Dabei handele es sich um einen ganz normalen demokratischen Vorgang. Diese Entscheidung dürfe nicht in den Dreck gezogen werden.

Auch auf der Internetplattform cdu-basis-brandenburg.de werden derzeit harte Auseinandersetzungen zum Verhalten des Vorstandes geführt. Am Donnerstagabend wollten sich die beiden Kandidaten zum letzten Mal bei einem Rededuell in einem Kreisverband vorstellen. (tso/ddp)

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