Champions-League-Qualifikation : Bremen macht es spannend

Werder Bremen muss nach einem Rückstand gegen Zagreb alles geben, um noch als Sieger vom Platz zu gehen. Welcher Klub in die Königsklasse darf, entscheidet sich erst im Rückspiel.

Gert Glaner[dpa]
Werder Bremen
Der Ausgleich: Hugo Almeida umkurvt Zagrebs Keeper Georg Koch. -Foto: dpa

BremenMit einem tollen Endspurt hat Werder Bremen seine Chance auf die vierte Champions-League-Teilnahme in Serie gewahrt. Dank der Treffer der Einwechselspieler Hugo Almeida (46. Minute) und Daniel Jensen (85.) erkämpfte sich der angeschlagene Fußball- Bundesligist am Abend im Heimspiel der 3. Qualifikations- Runde zur lukrativen Königsklasse noch einen knappen 2:1 (0:1)-Erfolg über Dinamo Zagreb. Die Bremer können nach diesem Kraftakt weiter auf zweistellige Millionen-Einnahmen hoffen, stehen aber in zwei Wochen im Hexenkessel von Zagreb vor einer schweren Aufgabe. Vor 26.136 Zuschauern im Weser-Stadion hatte Bosko Balaban (45.+1) die Gäste in Führung gebracht und das wichtige Auswärtstor für Dinamo erzielt.

"Jetzt haben wir knapp gewonnen, aber es wird im Rückspiel ganz schwer. Ich hoffe, dass wir uns steigern können, dann haben wir gute Chancen", meinte Matchwinner Jensen. "Wir können im Moment keinen Zauberfußball bieten. Aber immerhin hat uns der frühe Ausgleich geholfen und neues Selbstvertrauen gegeben. Darauf können wir auch für die Zukunft aufbauen", urteilte Trainer Thomas Schaaf.

Werders durch die Personalnot leidgeprüfter Coach ersetzte die verletzten Nationalspieler Tim Borowski und Clemens Fritz wie erwartet durch den brasilianischen Millionen-Einkauf Carlos Alberto und den Finnen Petri Pasanen. Zudem bekam im Angriff der 19-jährige Kevin Schindler den Vorzug vor dem formschwachen Schweden Markus Rosenberg. Doch wie schon in den Vorbereitungsspielen und beim 2:2 zum Liga-Auftakt in Bochum taten sich die Hanseaten sehr schwer. Dazu kam, dass sich die Kroaten in der Defensive geschickt anstellten und den gefürchteten Bremer Spielfluss erst gar nicht zuließen.

Dinamo am Drücker

So blieben Höhepunkte zunächst Mangelware. Während der deutsche Dinamo-Keeper Koch lange einen ruhigen Abend verlebte, boten sich den Gästen sogar die besseren Einschussmöglichkeiten: Kapitän Luka Modric zwang Wiese per Flachschuss zu einer Glanzparade (25.); Balaban schoss erst freistehend vorbei (40.), scheiterte dann allein vor dem aufmerksamen Wiese (44.) und war im dritten Anlauf nach einem Konter gegen Bremens indisponierte Hintermannschaft doch erfolgreich. Die mit Pfiffen in die Pause verabschiedeten Werderaner hatten nur eine gefährliche Aktion durch Boubacar Sanogos Kopfball, den Koch mit einem tollen Reflex (30.) entschärfte.

Nach Wiederanpfiff verstärkte Schaaf mit der Hereinnahme von Jensen und Almeida die Offensive. Und es dauerte 38 Sekunden, bis sich die Maßnahme schon erstmals bezahlt machte. Nach Kochs Fehler, der Almeidas Schuss abprallen ließ, staubte dieser zum 1:1 ab - prompt lief es bei den Deutschen besser. Die als Team geschlossener wirkenden Gäste blieben jedoch auch gefährlich - zwei Mal musste der gute Wiese retten (50./62.). Drei Minuten später verzog auf der Gegenseite Frank Baumann freistehend. In der Endphase brachte Schaaf erstmals auch Amateur-Torjäger Martin Harnik bei den Profis zum Einsatz und wurde durch Jensens Winkelschuss für seinen Mut belohnt.