Champions-League : Schwere Gegner für deutsche Clubs

Große Namen, große Gegner, große Aufgaben: Das deutsche Champions-League-Trio muss gleich in der Gruppenphase seine internationale Tauglichkeit in Europas Fußball-Königsklasse beweisen und bekommt es mit schweren Kontrahenten zu tun.

Arne Richter[dpa]

Monte Carlo/HamburgGroße Namen, große Gegner und gleich drei Duelle mit Spaniens Spitzenclubs: Das deutsche Champions-League-Trio muss schon in der Gruppenphase seine internationale Tauglichkeit in Europas Fußball-Königsklasse beweisen und bekommt es dabei mit attraktiven aber schweren Kontrahenten zu tun. Während Werder Bremen sich mit dem von Bernd Schuster trainierten Real Madrid messen muss und Schalke 04 unter anderem Michael Ballacks FC Chelsea herausfordert, erwischte der deutsche Meister VfB Stuttgart bei der Auslosung in Monte Carlo die dicksten Brocken. Die Schwaben treffen in der wohl schwersten Gruppe E auf den FC Barcelona, den französischen Serienmeister Olympique Lyon und die Glasgow Rangers aus Schottland.

"Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen und haben uns mit Sicherheit nicht für die Champions League qualifiziert, um einfach nur dabei zu sein. Wir werden mutig auftreten und unsere Chance suchen", sagte VfB-Trainer Armin Veh. Vereinschef Erwin Staudt verfolgte die Auslosung in Südafrika: "Ein wundervolles Los, wir werden sechs tolle Spiele haben", sagte er. Im ersten Duell am 19. September müssen die Schwaben in einem wohl schon wegweisenden Duell in Glasgow antreten.

Bremen trifft auf Madrid

Bremen reist gleich zum Auftakt am 18. September nach Madrid. Trotz der namhaften Konkurrenz herrschte an der Weser Optimismus. "Real Madrid ist sicher Favorit, aber wir sind vielleicht auch ein Minifavorit. Es werden hitzige Spiele", sagte Werders Vorsitzender Jürgen Born. Neben dem Duell gegen die "Königlichen" aus Madrid spielt Bremen in der Gruppe C noch gegen Lazio Rom und Olympiakos Piräus und hat von den drei deutschen Startern wohl die besten Aussichten auf das Erreichen des Achtelfinales. "Das sind drei Vereine auf die wir noch nie getroffen sind. Das bringt im vierten Jahr Königsklasse richtig Abwechslung rein", sagte Trainer Thomas Schaaf.

Schalke 04 stehen auf dem erhofften Weg in die K.o.-Runde gleich zwei deutsche Nationalspieler im Weg: Der FC Chelsea mit Michael Ballack und der FC Valencia mit Timo Hildebrand, wodurch alle deutschen Mannschaften nach Spanien reisen müssen. Als dritter Kontrahent wartet in der Gruppe B der norwegische Meister Rosenborg Trondheim auf den deutschen Vize-Meister. "Eine hochkarätige Gruppe! Um ins Achtelfinale zu kommen, müssen wir zumindest einen der beiden Top-Clubs hinter uns lassen. Dazu soll vor allem unsere Heimstärke beitragen", sagte Trainer Mirko Slomka.

Heldt:
"Wir wollen Highlight-Spiele haben"

Im dritten Anlauf in der Champions League soll für S04 endlich der Sprung ins Achtelfinale gelingen. "Es ist eine geile Gruppe, eine tolle Gruppe. Es geht darum, uns gut zu wehren und gut zu bestehen", sagte Geschäftsführer Peter Peters. Besonders auf das Duell gegen Valencia freue man sich. Gegen die Spanier hatte sich Schalke auf dem Weg zum Uefa-Pokalsieg 1997 im Viertelfinale durchgesetzt. Nun ist der Hildebrand-Club am 18. September Auftaktgegner in der Arena "Auf Schalke".

Der letzte von sechs Spieltagen ist für den 11./12. Dezember terminiert. Nur die beiden ersten Teams qualifizieren sich für das Achtelfinale, der Gruppendritte spielt im kommenden Jahr immerhin im Uefa-Pokal weiter. Für den Letzten ist die Saison im europäischen Fußball im Dezember schon beendet. Mit Spannung verfolgten die Vertreter der drei deutschen Teams die Zeremonie in Monaco. "Wir wollen Highlight-Spiele haben", sagte VfB- Sportdirektor Horst Heldt und bekam diesen Wunsch mit Barcelona, Lyon und Glasgow prompt erfüllt: "Barca und Lyon sind absolute Top-Clubs und auch die Rangers sind ein schwerer Brocken. Wir freuen uns auf jede einzelne Begegnung. Wir wollen uns im Konzert der Großen behaupten", sagte Heldt.

Für Stürmerstar Mario Gomez ging gar ein Traum in Erfüllung: "Ich war als Jugendlicher ein großer Fan dieses Clubs und habe immer davon geträumt, einmal im Camp Nou aufzulaufen", freute sich der Nationalspieler besonders auf das Duell in Barcelona.