Champions League : Stuttgart ist draußen

Mit einem 4:2 hat sich der VfB Stuttgart vorzeitig aus der Champions League verabschiedet. Die Schwaben zeigten sich zwar besser als zuletzt in der Königsklasse, aber auch zwei Tore von Mario Gomez konnten die vierte Niederlage im vierten Spiel nicht verhindern.

Michael Becker
Stuttagrt CL
Letzte Chance vertan: Der Stuttgarter Thomas Hitzlsperger vergab mit einem Elfmeter die Chance zum Ausgleich. -Foto: dpa

LyonVerbessert, aber wieder ohne Punkt: Für den deutschen Fußball-Meister VfB Stuttgart ist das Kapitel Champions League nach der Vorrunde beendet. Mit dem 2:4 (1:3) bei Olympique Lyon kassierten die Schwaben die vierte Niederlage im vierten Spiel und stehen bereits zwei Spieltage vor Ende der Gruppenphase als Letzter der Gruppe E fest. Damit hat das Team von Armin Veh auch keine Chance mehr, im Uefa-Pokal zu überwintern.

Vor 38.215 Zuschauern im Stade Gerland demonstrierte Frankreichs Abonnements-Champion vor allem in der ersten Halbzeit seine Klasse und stellte durch Treffer von Hatem Ben Arfa (6./37.), Kim Källström (15.) und Juninho (90.+3) die Weichen auf Sieg. Die Wettbewerbstore zwei und drei des überragenden Mario Gomez (16./56.) sorgten noch einmal für Hoffnung bei den VfB-Fans, doch Thomas Hitzlsperger (60.) vergab die Chance zum Ausgleich, als er mit einem Foulelfmeter an Torhüter Remy Vercoutre scheiterte.

Heldt: "Hinten zu viele Fehler"

"Wir haben noch immer keinen Punkt geholt, das ist natürlich enttäuschend. Die Niederlage heute war nicht notwendig, denn wir haben uns in der zweiten Halbzeit gut präsentiert. Aber am Anfang hat die Mannschaft hinten zu viele Fehler gemacht", analysierte Sportdirektor Horst Heldt 90 Minuten, in denen es dem VfB nicht gelang, seinen jüngsten Aufwärtstrend zu bestätigen. Denn erst in Rückstand liegend zeigten die Schwaben jene Leidenschaft, die man von Beginn an erwartet hatte. Und die Abwehr um Serdar Tasci und Mathieu Delpierre fand zudem kaum ein Mittel, um den Angriffswirbel der flinken Karim Benzema, Sydney Govou und Ben Arfa zu stoppen.

Die Stuttgarter waren noch gar nicht richtig in der Partie, da lagen sie bereits in Rückstand. Nach einer schnellen Ballstafette über Sidney Govou und Källström drang der freistehende Ben Arfa in den Strafraum ein und ließ Raphael Schäfer mit seinem von Andreas Beck noch abgefälschten Schuss keine Chance. Nur neun Minuten später kam es noch dicker für den VfB: Der Schwede Källström konnte eine Govou-Flanke unbedrängt mit der Brust stoppen und jagte den Ball aus 18 Metern flach neben den Pfosten zum 2:0 ins Tor.

Abstauber von Gomez brachte den Anschluss

Doch ein Fehler von Olympique-Schlussmann Vercoutre brachte die Schwaben postwendend wieder ins Spiel zurück: Als der Keeper einen der gefürchteten Distanzschüsse von Thomas Hitzlsperger nicht festhalten konnte, staubte Nationalstürmer Gomez zum Anschlusstor ab. Dieser Treffer gab dem Bundesliga-Elften neuen Mut - nur vier Minuten nach dem 1:2 vergab Cacau alleine vor dem diesmal gut reagierenden Vercoutre den möglichen Ausgleich. Im gesamten Hinspiel gegen Lyon hatte der VfB nicht so exzellente Chancen besessen.

Die Abwehr fand jedoch auch weiterhin kein Mittel gegen die schnellen Spitzen der Franzosen. Acht Minuten vor der Pause setzte sich Ben Arfa auf engstem Raum gegen Ludovic Magnin und Beck durch und überwand Schäfer aus spitzem Winkel zum dritten Mal. Aber die Stuttgarter bäumten sich noch einmal auf und wurden erneut durch Gomez belohnt, der eine Hereingabe von Beck über die Linie schob. Als der russische Schiedsrichter Juri Baskakow nach einem eher harmlosen Körpereinsatz gegen Gomez auf Elfmeter entschied, wusste Hitzlsperger mit dem "Geschenk" nichts anzufangen. (mit dpa)