Champions League : Stuttgart weiter ohne Punkt

Der VfB Stuttgart schlittert immer tiefer in die Krise und hat den bitter benötigten Befreiungsschlag in der Champions League wieder nicht geschafft. Die Chancen auf das Achtelfinale nähern sich dem absoluten Nullpunkt.

Elmar Dreher
Stuttgart
Enttäuschend. Die Stuttgarter Ewerthon, Gomez und Meira. -Foto: dpa

StuttgartDurch das deprimierende 0:2 (0:0) gegen Olympique Lyon kassierte der deutsche Fußball-Meister die dritte Niederlage im dritten Champions-League-Vorrundenspiel. Damit sind die Chancen auf das Achtelfinale bereits zur Halbzeit der Gruppenphase praktisch auf den Nullpunkt gesunken. Vor 51.400 enttäuschten Zuschauern im ausverkauften Gottlieb-Daimler-Stadion trafen Fabio Santos in der 56. Minute und Karim Benzema (79.) für den bis dahin punkt- und torlosen französischen Serienmeister. Der VfB blieb ohne echte Torchance und kann sich nach fünf Niederlagen hintereinander nun auf den Bundesliga-Abstiegskampf konzentrieren.

"Wir sind in einer ganz schwierigen Situation, das Selbstvertrauen fehlt", sagte VfB-Kapitän Fernando Meira. Schlussmann Raphael Schäfer will trotz allem "Ruhe bewahren. Wir haben uns selber da hinein manövriert, wir müssen uns da auch selber wieder rausholen", sagte der beste Stuttgarter und forderte: "Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, egal wie."

Sechs Stammkräfte fehlen

Trainer Armin Veh, der nach der Schlappe ungewöhnlich lange auf der Bank verharrte, hatte sein Team nach der 1:4-Pleite beim Hamburger SV auf drei Positionen verändert. Der in der Bundesliga Rot-gesperrte Meira kehrte in die Innenverteidigung zurück, Cacau spielte für Ewerthon. Für den formschwachen Sami Khedira erhielt Routinier Silvio Meißner von Beginn an seine Chance im defensiven Mittelfeld neben Pavel Pardo. "In der jetzigen Phase sind erfahrene Spieler gefragt", sagte Veh vor dem Spiel. Erstmals spielte Rechtsverteidiger Ricardo Osorio auf der linken Abwehrseite. Die seit acht Ligaspielen unbesiegten Franzosen mussten kurzfristig Spielmacher Jeremy Toulalan ersetzen. Für ihn lief Santos auf.

Trotz des Ausfalls von sechs Stammkräften begannen die in Cacau, Mario Gomez sowie Alexander Farnerud erstmals drei Stürmer aufbietenden Gastgeber engagiert und hatten in der Anfangsphase mehr vom Spiel. Bis auf Meißners Kopfball (17.) und Pardos Freistoß wenig später waren Stuttgarter Torszenen jedoch Mangelware. Auf der Gegenseite blieb die zuletzt so verunsicherte VfB-Abwehr ein Risikofaktor, zumal Lyon seine anfängliche Passivität aufgab. Schlussmann Schäfer musste beim Fernschuss der Schweden Kim Källström (21.) sein ganzes Können aufbieten.

Offensive fehlt der Zug

Großes Glück hatten die Stuttgarter fünf Minuten vor der Pause: Karim Benzema tauchte allein vor dem VfB-Tor auf, vergab aber leichtfertig diese hundertprozentige Chance. Kurz vor dem Seitenwechsel rettete der zuletzt in die Kritik geratene Schäfer in höchster Not gegen Sidney Gouvou zum aus Stuttgarter Sicht doch glücklichen 0:0-Halbzeitstand.

Auch zu Beginn der zweiten 45 Minuten fehlte der Stuttgarter Offensive der Zug nach vorn, Abspielfehler häuften sich. Santos nutzte nach einer Ecke die Konfusion in der schwäbischen Abwehr zum Führungstreffer, Osorio fälschte unhaltbar ab. Der VfB ließ jegliches Aufbäumen vermissen und konnte sich bei seinem Torhüter bedanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Schäfer reagierte beim Schuss von Benzema (68.) erneut glänzend. Spielmacher Yildiray Bastürk konnte seinem Team keinerlei Impulse geben und blieb blass wie das formschwache Sturmduo Cacau/Gomez. Benzema spazierte durch die nun kaum noch vorhandene Abwehr der Gastgeber und traf zum 2:0 Endstand.