Chemieindustrie : Altana tut Spaltung gut

Der Gewinn des Unternehmens steigt nach dem Verkauf der Pharmasparte um satte 22 Prozent. Vor allem die Profitabilität wurde gesteigert. Der Ausblick für das Gesamtjahr erscheint rosig.

Berlin - Der Spezialchemiekonzern Altana hat dank der anhaltend starken Nachfrage im ersten Halbjahr deutlich mehr verdient. „Wir haben uns im ersten halben Jahr unserer neuen Konzernstruktur als reines Spezialchemieunternehmen sehr gut entwickelt“, erklärte Firmenchef Matthias Wolfgruber in Wesel. Dies gelte für alle vier Geschäftsbereiche. Auch zum weiteren Jahresverlauf äußerte sich das Management des unter anderem auf Farbzusätze, Pigmente und Drahtlacke ausgerichteten Unternehmens optimistisch.

Altana hatte sein Arzneigeschäft für 4,7 Milliarden Euro an Finanzinvestoren verkauft und den Erlös fast komplett ausgeschüttet. Die Hälfte ging an die Großaktionärin Susanne Klatten aus der Quandt- Familie. Bei Hauptversammlungen im Dezember 2006 und Mai 2007 hatten Aktionäre scharf kritisiert, der Verkauf sei auf die Bedürfnisse der Großaktionärin zugeschnitten. Die Aktionäre Klaus Zapf und Pomoschnik Rabotajet GmbH klagen gegen den Beschluss (siehe Interview).

Binnen Jahresfrist verdiente die neu strukturierte Altana AG vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 22 Prozent mehr – insgesamt waren es 125,2 Millionen Euro. Damit erfüllte Altana in etwa die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz fiel etwas niedriger aus, beim Ergebnis wurde mehr als erwartet erreicht. Nach Steuern blieb ein Überschuss von 87,5 Millionen Euro nach 39,8 Millionen Euro vor Jahresfrist. Der Umsatz nahm um sieben Prozent auf 705,7 Millionen Euro zu, wobei die Zuwächse in Europa und in Asien besonders deutlich ausfielen.

An der Börse kamen die Zahlen nur mäßig an. Das Quartalsergebnis sei „in Ordnung“ hieß es, mehr aber auch nicht. Die Altana-Aktie fiel bis Handelsschluss als einer der schwächsten Nebenwerte im M-Dax um knapp drei Prozent.

Für den weiteren Jahresverlauf rechnet die Altana-Führung mit einem anhaltend positiven Geschäftsumfeld. Die Nachfrage nach Spezialchemieprodukten werde steigen, so hieß es. Die Rohstoffkosten blieben allerdings hoch. Für das Gesamtjahr 2007 werde nun ein Umsatz von 1,35 bis 1,39 Milliarden Euro erwartet, was einem prozentual mittleren einstelligen Zuwachs entspricht. Das Ebitda soll sich auf 220 bis 240 Millionen Euro erhöhen, präzisierte das Unternehmen frühere Prognosen. Damit würde das Ergebnis mit einem zweistelligen Prozentsatz zulegen. Tsp