Chronik der Affäre : Immer neue Enthüllungen

Oktober 2009: Mitten in den rot-roten Koalitionsverhandlungen verschwindet der Laptop von Rainer Speer, der grauen Eminenz der SPD, Finanzminister, Platzeck-Vertrauter, unter bis heute ungeklärten Umständen. Auf dem Gerät werden brisante Interna vermutet.

25.August 2010: Der „Stern“ enthüllt, dass es beim Verkauf der Krampnitzer Kaserne 2007 und der Privatisierung der profitablen Brandenburgischen Bodengesellschaft BBG durch das Land nicht mit rechten Dingen zuging. Speer war bei beiden Transaktionen zuständiger Finanzminister. BBG-Käufer war Frank Marczinek. Beide sitzen im Vorstand des Fußballvereins Babelsberg 03 und sind befreundet. Platzeck sieht „keinen Schaden“ für das Land.

September 2010: Eine Boulevardzeitung konfrontiert Speer mit E-Mails vom Laptop – die wegen des vom Staat alimentierten Kindes auf einen Sozialbetrug hindeuten. Speer wehrt sich juristisch, warnt vor einer Verwertung „manipulierter“ Dateien, kann eine Veröffentlichung aber nicht verhindern.

23.September: Speer tritt nach ersten Medienberichten zu den Vorwürfen während eines laufenden Medienprozesses zurück – lehnt Erklärungen zur Vaterschaft aber weiter strikt ab. Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) zollt Speer „Respekt“.

September/Oktober 2010: Immer mehr Einzelheiten zu Krampnitz und dubiosen Grundstücksgeschäften werden bekannt. Der Landtag setzt einen Untersuchungsausschuss ein. Der Rechnungshof stellt in einem Prüfbericht schwere Missstände beim Verkauf der Krampnitzkaserne fest und beziffert den möglichen Schaden auf zehn Millionen Euro.

November 2010: Die Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen wegen Verdachts auf eine uneidliche Falschaussage gegen Speer ein.

24.November 2010: Platzeck stellt sich weiter hinter Speer, verteidigt die Verbeamtung der Ex-Geliebten im Landtag.

26.November 2010: Speer verkündet die nun geklärte Vaterschaft für das 13-jährige Mädchen. thm

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