Der Tagesspiegel : Chronik eines gescheiterten Projekts

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Der Lausitzring hatte es von Beginn an schwer. Erstmals vorgehen war er schon im DDR-Fünfjahresplan 1986 bis 1990. Doch die Motorsportler wurden immer wieder vertröstet: Es gebe keinen Asphalt und keinen Beton. Die Wende brachte neue Hoffnung. Im Frühjahr 1990 reisten einige Enthusiasten mit ihren Plänen zur Leipziger Messe. Dort fanden sie Investoren. Allerdings missfiel der gewünschte Standort. Die 130 Kilometer nach Berlin erschienen zu weit. Selbst die neue Brandenburger Landesregierung winkte ab. Sie favorisierte Brand, wo später Cargolifter seine Werft baute.

Der dramatische Einbruch in der Lausitzer Kohlewirtschaft ließ die Planer umdenken. Die Region, in der Tagebaue, Brikettfabriken und Kraftwerke reihenweise schlossen, brauchte ein Projekt. Ministerpräsident Stolpe entschied, dass es Fördermittel nur für eine Rennstrecke im früheren Tagebaugebiet gibt. 1998 begannen die Arbeiten auf dem ehemaligen Tagebau Meuro, ein Jahr später zog eine Anwohnerfamilie wegen des zu erwartenden Motorenlärms gegen das Vorhaben vor Gericht, woraufhin Rennstreckenbefürworter vor deren Haus demonstrierten. Dann wurde Geld geboten, die Familie zog um und ließ die Klage fallen.

Am 20. August 2000 wurde der Lausitzring mit rund 100 000 Gästen eröffnet. Die Formel 1 sei nur eine Frage der Zeit, machte man sich Mut. Stattdessen starben im Jahr 2001 ein Rennfahrer und ein Streckenposten am Ring. Die Premiere der US-Champ-Car-Serie wurde durch den schweren Unfall überschattet, bei dem der Italiener Alex Zarnardi beide Beine verlor.

Dazu kam der unnötige Streit um den passenden n für die Rennbahn. Lausitzring fand Geschäftsführer Hans-Jürgen Fischer provinziell. „Eurospeedway Berlin-Brandenburg“ sei besser. Die Landesregierung setzte schließlich „Eurospeedway Lausitz“ durch. Auch das Wetter spielte oft nicht mit. Obwohl die Lausitz zu den trockensten Gebieten Deutschlands gehört, regnete es ausgerechnet an den wichtigsten Renntagen oft in Strömen. Ste.

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