Chrysler : Gericht gibt Staatsgelder frei

Der angeschlagene US-Autobauer Chrysler kann für die Begleichung von Schulden auf Staatsgelder zugreifen. Das New Yorker Konkursgericht erteilte eine vorläufige Genehmigung.

New YorkDas insolvente Unternehmen Chrylser kann nun auf 4,5 Milliarden Dollar zurückgreifen, um Rechnungen von Zulieferern und Händlern zu bezahlen sowie Steuerschulden. Das Gericht forderte die ehemalige Daimler-Tochter außerdem auf, dem geplanten Verkauf an Fiat schnell zuzustimmen. Angestrebt wird der 21. Mai.  Die Mittel stammen von der kanadischen und der amerikanischen Regierung.

Einige Gläubiger von Chrysler haben wegen ihres Widerstands gegen den Sanierungsplan Morddrohungen erhalten. Polizei und FBI nehmen die Drohungen ernst. US-Präsident Barack Obama hatte einer Gruppe von Chrysler-Gläubigern die Hauptschuld an der Insolvenz gegeben, weil sie im Gegensatz zu den Gewerkschaften nicht genügend Einschnitte akzeptiert hätten.

Chrysler hatte nach dem Scheitern aller Rettungsbemühungen am vergangenen Donnerstag Insolvenz beantragt. Das Unternehmen will aber nur wenige Wochen unter Gläubigerschutz arbeiten und hofft durch eine Allianz mit Fiat auf eine Rettung. Fiat will zunächst einen 20 prozentigen Anteil an dem US-Hersteller übernehmen, mit der Option auf eine Aufstockung. Bei Chrysler sind 38.500 Arbeiter in 23 Fabriken beschäftigt. Fiat strebt neben Chrysler auch einen Einstieg bei der deutschen GM-Tochter Opel an. (sp/Reuters)