CIA-Geheimgefängnisse : Rumänen sorgen für Eklat im Europarat

Existierten geheime CIA-Gefängnisse in Polen und Rumänien? Europarats-Ermittler Dick Marty behauptet das. Die rumänischen Parlamentarier sind darüber so empört, dass sie den Rat verlassen wollen.

StraßburgAus Protest gegen den Untersuchungsbericht zu den Geheimgefängnissen der CIA hat sich Rumänien bis auf weiteres aus der Parlamentarischen Versammlung des Europarates zurückgezogen. Der Vorwurf des Europarats-Berichterstatters Dick Marty, die rumänische Regierung habe ein solches Haftzentrum geduldet, sei falsch und durch keinerlei Beweise belegt, teilte die rumänische Delegation mit. Sie warf Marty vor, "tendenziös" ermittelt zu haben. Solange er nicht persönlich nach Rumänien reise, um seine Vorwürfe zu überprüfen, werde die Delegation "nicht mehr an den Aktivitäten der Versammlung teilnehmen".

Marty hatte Anfang Juni seinen zweiten Bericht zu den illegalen Verschleppungen von Terrorverdächtigen durch die CIA in Europa vorgelegt. In Polen und Rumänien wurden demnach zwischen 2002/2003 und 2005 mit Wissen der dortigen Regierungen Tatverdächtige in Haftzentren der CIA gefangen gehalten. (mit AFP)