Computer : Safari trifft Windows

Apple bricht in eine der letzten Domänen von Microsoft ein: Der Internet-Browser Safari ist jetzt auch für Windows verfügbar. Apple-Chef Jobs eröffnet damit ein weiteres Feld im Kampf der Computer-Giganten.

Apples Safari
Apple bringt den Safari-Browser für Windows: Steve Jobs bei der Vorstellung der neuen Version in 2003.Foto: AFP

San FranciscoWindows-Nutzer können künftig erstmals auch mit dem Browser von Apple im Internet surfen. Der Apple-Browser Safari kann nun auch auf dem Betriebssystem des Erzrivalen Microsoft laufen, wie Apple-Chef Steve Jobs in San Francisco ankündigte. Damit greift Apple den Internet Explorer von Microsoft direkt an. Zurzeit wird der Internet Explorer auf fast 80 Prozent aller Computer weltweit verwendet. Der Safari-Browser, den es bislang nur für die Macintosh-Computer von Apple gab, hat einen Marktanteil von rund fünf Prozent. Der Safari-Browser soll über den iTunes-Store von Apple erhältlich sein, wo Nutzer sonst Musik für MP3-Player herunterladen können.

"Wir möchten, dass der Marktanteil von Safari wächst", sagte Jobs bei der jährlichen Entwickler-Konferenz von Apple. Safari sei der "innovativste" und "schnellste" Browser auf Windows. Ein Browser ist nötig, um im Internet zu surfen. Mit den Programmen können unter anderem die Adressen im weltweiten Netz eingegeben oder verwaltet werden. Safari soll für Windows XP und Windows Vista, die beiden neuesten Versionen der Benutzeroberfläche, angeboten werden. Das Windows-Betriebssystem ist das international mit Abstand am weitesten verbreitete.

Mit dem neuen Angebot geht Apple einen Schritt weiter bei seiner Strategie, mit Microsoft auf breiterer Basis zu konkurrieren. Lange Zeit vertraute Apple vor allem auf eine treue Anhängerschaft, die sich emotional stark an die Kult-Marke gebunden fühlte und deshalb auch Abstriche gegenüber Microsoft-Angeboten in Kauf nahmen. Apple grenzte sich dabei aus Prinzip gegen Microsoft ab.

Windows auf Apple-Computern

Die neuesten Apple-Computer aber erlauben es erstmals, auch das Windows-System auf ihnen laufen zu lassen. Das Safari-Angebot ist ein weiterer Tabubruch, da auch damit die Anwendungen von Microsoft und Apple vermischt werden. Viele Branchenbeobachter bewerten die neue Apple-Taktik aber als zukunftsweisend. "Das ist ein großartiger strategischer Schritt von Apple, dass seine Technologie weiter auf die Windows-Plattform schiebt", sagte Michael Gartenberg vom Branchenanalysten Gartenberg zur Windows-Version von Safari.

Zugleich stellte Apple-Chef Jobs auf der Entwickler-Konferenz das neue Betriebssystem Leopard vor. Die Benutzeroberfläche soll ab Oktober erhältlich sein, nachdem seine Entwicklung wegen der Arbeit am Musik-Handy iPhone um mehrere Monate verschoben worden war. Das iPhone soll in den USA am 29. Juni und gegen Ende des Jahres auch in Europa erhältlich sein. Leopard soll das bisherige Betriebsystem Tiger ablösen, das auf rund zwei Dritteln aller Apple-Computer genutzt wird. Zu seinen Neuerungen gehört unter anderem eine Funktion, mit der Internet-Inhalte in kleinen Fenstern gespeichert auf der Benutzeroberfläche abgelegt und dann laufend selbstständig aktualisiert werden.