Copa América : Brasilien triumphiert über Argentinien

Brasilien bleibt die stärkste Macht in Südamerika. Die "Seleção" gewann das Endspiel des Copa América gegen den Erzrivalen Argentinien überraschend deutlich.

Copa America
Brasilien jubelt. Der achte Titel für die Seleção. -Foto: AFP

CaracasDie Nationalelf von Brasilien ist weiterhin die Nummer Eins im Fußball des amerikanischen Kontinents. In Venezuela verteidigte die "Seleção" den Copa-América-Titel durch einen überzeugenden 3:0 (1:0)-Sieg im Endspiel über den Erzrivalen Argentinien. Von den letzten vier Copas gewann Brasilien vier. Mit dem Triumph qualifizierten sich die Schützlinge des früheren Stuttgarters Carlos Dunga außerdem für den Confederations Cup 2009 in Südafrika. Argentinien wartet unterdessen weiter auf den ersten internationalen Titelgewinn seit 1993.

Der Sieg der Brasilianer war vor 45.000 Zuschauern im Stadion "José Pachencho Romero" auch in der Höhe verdient. Selbst ohne die Hauptstars Kaká und Ronaldinho, die beide vor dem Turnier um "Sonderurlaub" gebeten hatten, waren die Männer im kanariengelben Trikot abgeklärter als die Argentinier. Dabei half auch die frühe Führung: Julio Baptista kam in der 3. Minute nach langem Pass von Elano am linken Strafraumeck an den Ball und erzielte mit einem fulminanten Schuss in den rechten Torwinkel das 1:0.

Brasilianische Dominanz

Die Argentinier hatten zudem beim 2:0 Pech. Abwehrroutinier Roberto Ayala grätschte in der 39. Minute in eine Flanke von Daniel Alves und lenkte den Ball ins eigene Tor. Alves machte dann mit seinem Tor in der 69. Minute alles klar. Die Brasilianer beherrschten das Spiel vor allem dank enger Deckung, früher Störung des Gegners und schneller Konterattacken.

Es war ein Finale der "Namenlosen", denn sowohl Sturmstar Robinho auf brasilianischer Seite wie Spielmacher Juan Riquelme und Jungstar Lionel Messi bei den Argentiniern konnten sich kaum in Szene setzen. Bei Brasilien glänzten dafür Mittelfeld-"Motor" Julio Baptista, der jüngst von Bayer Leverkusen zum AS Rom gewechselte Abwehrmann Juan sowie Außenläufer Daniel Alves. Die Hertha-Profis Mineiro und Gilberto zeigten wieder solide Leistungen. Der Bremer Spielmacher Diego, der eine schwache Copa spielte, wurde erst zweieinhalb Minuten vor Abpfiff eingewechselt.

Brasilien als Außenseiter

Vor dem Finale galt Argentinien sogar nach Meinung der meisten brasilianischen Medien und Fans als Favorit. Die "Albiceleste" hatte alle fünf Turnierspiele gewonnen und dabei 16:3 Treffer erzielt. Brasilien dagegen hatte unter anderem gegen Mexiko (0:2) verloren und stand im Elfmeterschießen im Halbfinale gegen Uruguay (5:4, 2:2) zeitweilig mit einem Bein draußen. "Man hat uns unterschätzt, aber wir haben auf dem Rasen die Antwort gegeben", sagt Baptista.

Der fünffache Weltmeister wiederholte in Venezuela den Triumph der letzten Copa 2004 in Peru. Damals war im Finale ebenfalls Argentinien der Gegner. Vor drei Jahren setzte sich Brasilien allerdings erst im Elfmeterschießen (4:2, 2:2) durch. Außerdem hatte Brasilien gegen Argentinien auch im Endspiel des Confederations Cup 2005 in Deutschland (4:1) die Oberhand behalten.

Die Copa América wird seit 1916 ausgetragen und ist damit das älteste Kontinentalturnier der Welt. Rekordsieger bleiben mit je 14 Titeln Argentinien und Uruguay. Brasilien gewann sein achtes Turnier. (mit dpa)