COTTBUS : In Cottbus siegt die SPD

Triumph für Szymanski. Linke nur noch auf Platz zwei

Sandra Dassler

Cottbus - „Gestern der Sieg von Energie Cottbus, heute der Sieg der SPD – ich bin glücklich“, sagte der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski gestern Abend. Tatsächlich gilt der ehemalige brandenburgische Verkehrsminister als der strahlende Sieger der Cottbuser Wahl. Vor zwei Jahren war er in der 100 000-Einwohner-Stadt zum Oberbürgermeister gewählt worden. Die SPD hatte ihn damals ins Rennen geschickt, um den gemeinsamen Kandidaten von CDU und Linkspartei zu verhindern, eine Allianz, über die ganz Deutschland den Kopf schüttelte.

Szymanski hat nicht nur die Wahl gewonnen. Er hat es auch geschafft, nach Jahren der Stagnation und Zerstrittenheit eine Aufbruchstimmung zu schaffen, die auf die Bürger überschwappte. Die haben gestern nicht nur der SPD rund zehn Prozent mehr Stimmen beschert, sie sind auch in größerer Zahl zu den Urnen gegangen. Die Wahlbeteiligung lag mit mehr als 42 Prozent wesentlich höher als bei den traurigen 28 Prozent von 2003.

Die genaue Zahl war bei Redaktionsschluss wegen der noch nicht ausgezählten mehr als 6000 Briefwähler noch nicht bekannt. Unklar blieb lange auch, ob die rechtsextreme NPD mit ein oder zwei Sitzen in die Cottbuser Stadtverordnetenversammlung einziehen würde – offenbar errang sie zwei Mandate. „Das ist der Wermutstropfen“, sagte der Cottbuser SPD-Fraktionsvorsitzende Reinhard Drogla. „Wir wollten eine höhere Wahlbeteiligung und stärkste Fraktion werden, das haben wir geschafft. Wir wollten aber auch die NPD raushalten, das ist uns nicht ganz gelungen.“ Das bedauerte auch Lothar Nicht von der Linkspartei: „Wir sind zwar nicht mehr die stärkste Partei, aber wir gehen den von Frank Szymanski eingeschlagenen Weg weiter mit, ich freue mich für die SPD.“

Enttäuscht reagierte der Cottbuser CDU-Chef Michael Schierack auf die Verluste seiner Partei. „Wir haben es nicht geschafft, den Leuten zu vermitteln, dass vieles, was jetzt als Erfolg von Szymanski dargestellt wird, auch auf unsere Arbeit zurückzuführen ist.“Sandra Dassler

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