Cottbus : Umweltaktivisten besetzen Bäume an Teichlandschaft

Umweltschützer von "Robin Wood" sind aus Protest gegen eine Abbaggerung der Lakomaer Teiche bei Cottbus auf Bäume in dem Gebiet geklettert. Hintergrund ist die geplante Ausdehnung des Tagebaus durch den Energie-Lieferanten Vattenfall.

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Ein Aktivist von "Robin Wood" auf seinem Baumhaus. -Foto: dpa

Lakoma/CottbusEin Dutzend Menschen sei auf die Bäume geklettert und habe dort Transparente aufgehängt, sagte Ute Bertrand, Sprecherin der Umweltorganisation "Robin Wood". Mit der Aktion solle gegen die geplante Ausdehnung des Tagebaus Cottbus-Nord protestiert werden. Vattenfall Europe Mining reagierte mit Unverständnis. Ein Sprecher sagte, das Unternehmen erwarte, dass sich die Baumbesetzer umgehend zurückziehen.

"Wir sind hier, weil wir den Blick der Öffentlichkeit auf das Zerstörungswerk von Vattenfall in der Lakomaer Teichlandschaft lenken wollen", sagte Ute Bertrand zu den geplanten Baumfällungen. Die Aktion sei "auf unbestimmte Zeit" geplant.

Vattenfall reagiert mit Unverständnis

Vattenfall könne diese Handlungsweise nicht nachvollziehen, sagte der Unternehmenssprecher. Er verwies darauf, dass die Grüne Liga erst in der vergangenen Woche in einem außergerichtlichen Vergleich mit Vattenfall alle noch anhängigen Klagen zurückgezogen hatte. Das Unternehmen werde die Arbeiten zur Weiterführung des Tagebaus Cottbus-Nord planmäßig fortführen. Dazu gehörten auch weitere Holzungsarbeiten im Lakomaer Teichgebiet. Vattenfall erwarte, dass die Baumbesetzer die geltenden Entscheidungen des Rechtsstaates anerkennen.

Unterdessen teilte die Grüne Liga mit, sie habe "großes Verständnis für gewaltfreie Proteste gegen die Zerstörung der Lakomaer Teichlandschaft". Der Landesvorsitzende Heinz-Herwig Mascher erinnerte daran, dass sich der Verband 17 Jahre lang für die Rettung dieses Lebensraums zahlreicher bedrohter Arten eingesetzt habe. Die Liga habe aber zur Kenntnis nehmen müssen, dass das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg im Juli den Planfeststellungsbeschluss zur Beseitigung des Gebietes für rechtmäßig erklärte. Der Verband könne die finanziellen Risiken des weiteren Klageverfahrens nicht tragen.

"Robin Wood" habe die Klagen der Grünen Liga gegen die Abbaggerung jahrelang mit unterstützt, sagte Bertrand. Man sei aber aus dem Klagebündnis ausgestiegen, weil man die außergerichtliche Einigung nicht mittragen wollte. Es dürfe kein Schlussstrich unter die Protestaktionen gezogen werden. (mit ddp)

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