CSU-Vorsitz : Seehofer stemmt sich gegen Niederlage

Horst Seehofer, der zurzeit im parteiinternen Rennen um die Stoiber-Nachfolge zurückliegt, denkt offenbar nicht daran, Konkurrent Erwin Huber das Feld zu überlassen. Auch die Dritte im Bund, Gabriele Pauli, kämpft weiter tapfer für ihre Kandidatur.

Jörg Säuberlich[ddp]
Seehofer Foto: dpa
Perfektes Gespann mit Beckstein? Horst Seehofer. -Foto: dpa

MünchenIm Machtkampf um den CSU-Vorsitz stemmt sich Bundesagrarminister Horst Seehofer gegen die drohende Niederlage. Der CSU-Vizechef betonte, die "Addition von Horst Seehofer und Günther Beckstein" als künftigem Ministerpräsidenten wäre "für die CSU ein wirklicher Glücksfall". Schließlich sprächen beide "vollkommen unterschiedliche soziologische Schichten und verschiedene bayerische Stämme" an. Hinzu komme, dass "wir Land und Bund repräsentieren und gemeinsam eine große politische Bandbreite haben".

Der unterfränkische CSU-Bezirksvorstand kündigte allerdings an, dass seine Parteitagsdelegierten Ende September den bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber unterstützen wollen. Diese "eindeutige Tendenz" habe eine Aussprache bei einem Treffen am Wochenende ergeben. Formelle Beschlüsse zugunsten eines Kandidaten seien aber nicht gefasst worden.

Fraktion offenbar für Huber

Huber nimmt derzeit an der Herbstklausur der CSU-Landtagsfraktion im oberfränkischen Kloster Banz teil. Fraktionschef Joachim Herrmann betonte dort: "Erwin Huber ist ein ganz herausragendes Mitglied unserer Fraktion. Ich denke, dass es viele gibt, die ihm doch große Chancen einräumen, diese Wahl zum Parteivorsitzenden zu gewinnen."

Seehofer versicherte, im Falle seiner Wahl zum CSU-Chef werde er mit Beckstein "vollkommen reibungslos zusammenarbeiten". Er äußerte sich in der "Passauer Neuen Presse" zugleich gelassen darüber, dass Huber vom designierten Ministerpräsidenten kürzlich als "der beste Mann für das Amt des Parteivorsitzenden" bezeichnet wurde. Beckstein halte sich zwar an die "Absprache", die er mit Huber getroffen habe. Dies habe aber an der Sacharbeit nichts geändert: "Der Umgang zwischen uns hat dadurch keinen Schaden genommen."

Pauli: "Bin mit jedem Prozentsatz zufrieden"

Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli signalisierte derweil ihre Bereitschaft, sich bei einer Niederlage im Ringen um den CSU-Vorsitz um das Amt der Vizechefin zu bewerben. Pauli kündigte an, dass ein solcher Schritt vom neuen Parteivorsitzenden abhängen wird. Akzeptiere dieser ihre "Gedanken und Ideen" sowie ihre Art, Politik zu machen, werde sie den Vize-Vorsitz anstreben. Für den Vorstand werde sie auf dem Parteitag "auf jeden Fall" erneut kandidieren.

Pauli betonte zugleich, sie wolle die CSU zwar "nicht umkrempeln, aber doch moderner ausrichten". Grundsätzlich müsse die CSU "ihr liberales Profil mehr schärfen als ihr konservatives". Auf die Frage, mit welchem Ergebnis sie bei der Wahl des neuen CSU-Vorsitzenden rechne, sagte Pauli: "Ich bin mit jedem Prozentsatz zufrieden. Allein, dass ich kandidiere, ist schon ein Impuls für die CSU."