Der Tagesspiegel : Das übelste Unkraut Ambrosia plagt Allergiker Nur Ausreißen hilft

Berlin/Potsdam - Hübsch sieht das hellgrüne Ambrosiapflänzchen mit seinen gefiederten Blättern aus, das der Biologe Stefan Nawrath zeigt. Aber was im Blumentopf so harmlos wirkt, wächst im Sommer draußen bis zu 1,5 Meter hoch und verbreitet ab August Millionen von aggressiven Blütenpollen. Die ursprünglich aus Amerika stammende Ambrosia besitzt nicht nur das weltweit stärkste Pollenallergen, sondern verlängert durch ihre späte Blüte die Leidenszeit für Allergiker um mindestens einen Monat – bei frostfreiem Wetter bis in den Spätherbst.

Deshalb bitten Experten dringend, die Pflanzen jetzt zu vernichten, bevor sie blühen: Mit Handschuhen herausreißen (die Wurzeln sind nicht allzu kräftig) und in den Hausmüll werfen. Der FU-Meteorologe Thomas Dümmel spricht von einer „vollkommen neuen Qualität der Gefährdung“, die sonst drohe. In Ungarn, Norditalien und Ostfrankreich sei es schon zu spät, die Ausbreitung der Pflanze zu stoppen. In der ebenfalls stark betroffenen Schweiz gibt es laut Nawrath eine Melde- und Bekämpfungspflicht; mit Ambrosia-Samen belastete Erde, etwa von Baustellen, darf nicht weiterverwendet werden.

Verbreitet wird die anspruchslose Pflanze vor allem über verunreinigtes Vogelfutter, in verwilderten Parks und an Straßenrändern, wo der Fahrtwind der Autos die relativ schweren Samen weiterträgt. Auch auf Äckern vermehrt sie sich neuerdings heftig – in der Lausitz bei Cottbus so stark wie nirgends sonst in Deutschland. Experten halten die Verbreitung der einjährigen Pflanzen für eine Folge der Klimaerwärmung. Die Ambrosia ähnelt äußerlich dem Gemeinen Beifuß, einem der häufigsten Unkräuter überhaupt. Der Unterschied ist an der Unterseite der Blätter erkennbar: Beim Beifuß ist sie weißlich, bei der Ambrosia dagegen grün. obs

Weitere Informationen im Internet:

www.ambrosiainfo.de

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