Der Tagesspiegel : Das war Silvester in Berlin: Rechtsextreme Randale in der Silvesternacht

fan/ddp

Wie in den letzten Jahren haben auch in der vergangenen Silvesternacht Rechtsextremisten in Brandenburg randaliert. Der schwerste bekannt gewordene Vorfall ereignete sich im uckermärkischen Boitzenburg. Laut Polizei attackierte eine Gruppe von bis zu 15 Jugendlichen zwei Aussiedler. Zunächst wurde ein 17-Jähriger als "Russenschwein" beschimpft und zu Boden geschlagen, als er die Tür der elterlichen Wohnung öffnete. Mehrere Angreifer traten dann dem jungen Aussiedler ins Gesicht. Als der Vater des Opfers eingriff, bekam er ebenfalls Schläge ab. Die Polizei nahm fünf Jugendliche fest.

In Belzig (Potsdam-Mittelmark) wurde zum wiederholten Male das antirassistische "Info-Café" attackiert. Nach Angaben der Polizei sollen Jugendliche Feuerwerkskörper in die Scheiben des Lokals geschossen haben. Beamte der Spezialeinheit MEGA nahmen einen 17 Jahre alten Belziger fest. Der alkoholisierte Jugendliche hatte im Beisein der Polizisten "Deutschland den Deutschen, Neger raus aus Deutschland" gerufen und den Hitlergruß gezeigt. Bereits in der Silvesternacht 1998 war Belzig Schauplatz rechter Krawalle. Nach Angriffen auf das Info-Café in den Tagen zuvor bewarfen Rechtsextremisten beim damaligen Jahreswechsel ein vietnamesisches Restaurant mit Steinen.

Das Polizeipräsidium Oranienburg meldete gestern rechte Silvesterrandale in Bad Wilsnack (Prignitz). Kurz nach Mitternacht grölte eine etwa zehnköpfige Gruppe junger Männer "Sieg Heil" und andere Parolen. Mehrere Passanten, die ein Feuerwerk beobachteten, griffen ein. Dabei wurde ein 26-Jähriger von einem Rechtsextremisten geschlagen. Am Bahnhof der Kleinstadt stellte die Polizei die Randalierer und nahm zehn Rechtsextremisten im Alter von 17 bis 22 Jahren in Gewahrsam.

Bildungsminister Steffen Reiche teilte Silvester mit, Brandenburg habe 2000 mehr als 28,4 Millionen Mark im Kampf gegen Rechtsextremismus sowie für die Integration von Aussiedlern aufgewendet.

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