Daviscup : Schlimmer Halbfinal-Start - Haas verliert klar

Thomas Haas hätte sich am liebsten im weichen Sand der Moskauer Olympia-Halle verbuddelt: Beim Start in das erste deutsche Daviscup-Halbfinale seit zwölf Jahren kassierte das deutsche Tennis-Ass seine schlimmste Niederlage im DTB-Team.

Robert Semmler[dpa]
Tommy Haas
Nicht zufrieden: Kapitän Patrick Kühnen konnte die Leistung von Tommy Haas (rechts) nicht entscheidend beeinflussen. -Foto: AFP

MoskauHaas verlor im Eröffnungseinzel gegen Cupverteidiger Russland 2:6, 2:6, 2:6 gegen Igor Andrejew und setzte damit Philipp Kohlschreiber unter gehörigen Druck. Kohlschreiber musste danach gegen den Weltranglisten-Vierten Nikolai Dawidenko antreten und sollte einen nur schwer aufzuholenden 0:2-Rückstand vermeiden.

"Man kann nicht viel dazu sagen. Es war schwer, mein Spiel zu finden. Ich habe mich der Herausforderung gestellt und deutlich den kürzeren gezogen", meinte der sichtlich frustrierte Haas. Seine bisher klarste von nunmehr sieben Einzel-Niederlagen im Daviscup hatte er 1999 in Frankfurt gegen den Russen Jewgeni Kafelnikow mit 3:6, 4:6, 2:6 erlitten. Auch 2004 beim Relegationsspiel in der Slowakei gab es gegen Dominik Hrbaty eine Drei-Satz-Pleite. Im ersten Aufeinandertreffen mit Andrejew war der erhoffte 20. Einzel-Sieg im Daviscup nie in Reichweite.

Optimismus wich schnell Ernüchterung

Bei der Eröffnungsfeier standen die deutsche Spieler noch Arm in Arm, doch der Optimismus wich schnell Ernüchterung. Vor anfangs nur 400 Zuschauern um den für 10.000 Fans vorgesehenen Platz geriet Haas von Beginn an unter Druck. Genau dies hatte der Hamburger eigentlich vermeiden wollen, doch gleich zu Beginn ging zwei Mal der Aufschlag verloren. Zwar gelang dazwischen das Rebreak zum 1:1, doch das erste Service kam zu selten, um die Ballwechsel zu diktieren. "Ich habe frustriert angefangen", meinte er.

Wie von Haas befürchtet, dominierte Andrejew mit seiner Vorhand. Sobald der 37. der Weltrangliste die Chance bekam, setzte er seinen besten Schlag auch aus der Rückhand-Ecke ein. Dagegen fand Haas kein Rezept, zumal er selbst zu viele Fehler produzierte und am Netz immer wieder passiert wurde. "Das hat den Tag für mich zur Hölle gemacht", sagte Haas.

Einseitige Partie

Anfangs trat der Wahl-Amerikaner noch kleine Löcher in den Platz, um sie dann mit dem Fuß wieder notdürftig selbst zu reparieren, im Verlauf der einseitigen Partie wirkte der 29-Jährige aber immer ratloser und sparte sich sogar seine sonstigen Zornesausbrüche. Teamchef Patrik Kühnen redete bei den Seitenwechseln immer wieder im Hocken auf seinen Führungsspieler ein, der die Ratschläge jedoch nicht umsetzen konnte.

Nach 33 Minuten und dem dritten Break im vierten Aufschlagspiel war der erste Durchgang verloren. Einen 1:2-Rückstand im zweiten Durchgang machte Haas sofort wett, um danach aber gleich wieder das zweite Break nacheinander zu kassieren. Dem verpassten Ausgleich zum 3:3 folgte schnell der Verlust des zweiten Satzes, obwohl Haas beim 2:5 noch drei Chancen in Folge hatte, sich zumindest ein Break zurück zu holen. Die Misere setzte sich fort, als auch im dritten Satz einem 40:0 bei eigenem Service das nächste Break folgte. Diesen Vorsprung ließ sich Andrejew nicht mehr nehmen.