DDR : Thüringen zahlt erste SED-Opferrente aus

Thüringen hat als erstes Bundesland mit derAuszahlung der DDR-Opferrenten begonnen. In dem Bundesland liegen bislang rund 6000 Anträge vor. Deutschlandweit wird der Kreis der Anspruchsberechtigten auf etwa 42.000 Menschen geschätzt.

Opferrent
Entschädigung erhalten. Die ersten Opfer des SED-Regimes wurden ausgezahlt. -Foto: dpa

ErfurtThüringens Sozialminister Klaus Zeh (CDU) hat ersten zwei Bescheide zur Auszahlung einer Sonderrente für politisch Verfolgte des SED-Regimes überreicht. "Mit der Opferrente wird jetzt eine regelmäßige Zahlung das Schicksal der Opfer erleichtern, die unter dem sozialistischen Regime besonders schwer gelitten haben", sagte Zeh. Der 83 Jahre alte Rudolf Koschek aus Gera und der 79-jährige Herbert Grob aus Mühlhausen nahmen die Bescheide entgegen.

Der Minister kritisierte zugleich, dass es zu lange gedauert habe, diese Regelung zu erreichen. Zudem sei mit dem Geld nicht wiedergutzumachen, was die Betroffenen erlitten hätten. "Es ist ein symbolischer Betrag", sagte Zeh. Er verwies auch darauf, dass unter den Antragstellern Grenzfälle seien, die keine volle sechs Monate inhaftiert waren und damit keine Sonderrente erhalten. "Ich hätte mir eine andere Reglung gewünscht, aber die war nicht mehrheitsfähig", so der Minister.

Nach dem im Juli vom Bundesrat verabschiedeten Rehabilitationsgesetz erhalten Bürger eine Sonderrente, die in der DDR mindestens sechs Monate aus politischen Gründen inhaftiert waren. Ihnen stehen monatlich 250 Euro zu. Die Kosten dafür trägt der Bund. (mit ddp)