DEL : Eisbären wieder vorne

Die Eisbären Berlin haben sich mit zwei Siegen die Spitzenposition in der Deutschen Eishockey-Liga zurückgeholt. Das Wochenende wurde von zwei Trainerentlassungen geprägt.

BerlinZwei Tage nach dem 8:3-Heimerfolg im Topduell gegen die als Spitzenreiter angereisten Frankfurt Lions gewannen die Berliner beim Drittletzten EHC Wolfsburg erst durch vier Tore im Schlussdrittel klar mit 5:0 (0:0, 1:0, 4:0).

Mit 52 Punkten führen die Hauptstädter, die ihre Minikrise von zwei Niederlagen auf eigenem Eis gegen Düsseldorf und in Augsburg überwunden haben, vor den Frankfurt Lions (50). Die Lions feierten im Spitzentreffen gegen den bisherigen Zweiten Kölner Haie einen 2:0-Heimerfolg. Köln (47.) ist Dritter vor den Nürnberg Ice Tigers (45), die in einem vorgezogenen Spiel Titelverteidiger Adler Mannheim 2:3 (0:0, 0:1, 2:1) nach Penaltyschießen unterlagen.

Kühnhackl entlassen

Mit "Jahrhundert-Spieler" Erich Kühnhackl bei den Straubing Tigers und dem Kanadier Ron Kennedy beim ERC Ingolstadt trotz eines 3:1-Sieges über Iserlohn gab es die Saisonentlassungen drei und vier. Zwei Trainerentlassungen auf einen Streich gab es in der 14-jährigen Ligageschichte noch nie. Beide Teams hatten am Sonntag spielfrei und suchen mit Hochdruck Nachfolger: Bei den Ingolstädtern kam das Stoppzeichen nach elf Saisonniederlagen in 25 Spielen und der hohen Zahl von 86 Gegentoren. Auch Assistenztrainer Jamie Bartman und Manager Stefan Wagner mussten gehen. In Straubing waren sechs Siege bei 17 Niederlagen zu wenig. Zuvor waren bereits Dieter Hegen in Duisburg und der ehemalige tschechische Weltmeistertrainer Slavomir Lener in Düsseldorf geschasst worden.

Den Eisbären, die ihr Überzahlspiel zunächst nicht nutzen konnten, gelang durch Nationalspieler Alexander Weiß (28.) in Unterzahl die Führung. Im Schlussdrittel ging den Gastgebern die Kraft aus, sorgten Mark Beaufait (41.), Andrew Roach (44.), Sven Felski mit einem verwandelten Penalty und Florian Busch (jeweils 58.) nur 34 Sekunden später für klare Verhältnisse.

Frankfurt früh auf der Siegerstraße

In Frankfurt nutzten Jason Young (8.) und Lasse Kopitz (10.) mit zwei frühen Überzahltoren für die Entscheidung. Martin Reichel und Michael Bresagk wurden für ihr 700. DEL-Spiel geehrt. Tino Boos (9.) machte beim 4:3-Heimerfolg der Hannover Scorpions über die Krefeld Pinguine die Führung der Gäste durch Alexander Selivanov (8.) wett, dann trafen Matt Dzieduszycki in Überzahl (17.) und Andreas Morczinietz (18.) mit einem Doppelschlag innerhalb 46 Sekunden sowie Mike Green (44.) erneut in Überzahl. Krefeld schaffte dann nur noch den Anschlusstreffer.

Michael Hackert verwandelte in Nürnberg den entscheidenden Penalty für Titelverteidiger Mannheim. Eduard Lewandowski (40.) sorgte acht Sekunden vor Ende des Mitteldrittels für das 1:0 der Gäste, die Marcus Kink (47.) noch ausbauen konnte. In einer hektischen Schlussphase erzwangen Scott King mit einem verwandelten Penalty (58.) und Brian Swanson 54 Sekunden vor dem Ende im Überzahlspiel sechs gegen drei die Verlängerung, die ohne Tor blieb. (mit dpa)