DEL : Nürnberg Ice Tigers müssen Insolvenz anmelden

Die Bemühungen um neue Finanzquellen verliefen erfolglos. Somit blieb DEL-Klub Nürnberg Ice Tigers nichts mehr anderes übrig, als Insolvenz anzumelden. Den Spielbetrieb wollen die Franken allerdings aufrecht erhalten.

Nürnberg Ice Tigers
Die Saison wollen die Nürnberg Ice Tigers trotz der Insolvenz noch zu Ende spielen. -dpa

NürnbergNach langem Ringen haben die Nürnberg Ice Tigers die Reißleine gezogen und wegen anhaltender Finanzprobleme die Insolvenz beantragt. Der Gang vor das Amtsgericht Nürnberg sei unumgänglich geworden, nachdem Verhandlungen mit potenziellen Sponsoren zur Rettung des finanziell angeschlagenen Vereins der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gescheitert seien, sagte Geschäftsführer Norbert Schumacher am Mittwoch.

Team reagiert geschockt auf die Nachricht

"Wir waren zahlungsunfähig und somit rechtlich verpflichtet, diesen schweren Weg zu gehen." Vorrangiges Ziel sei nun, den Spielbetrieb "vollständig aufrecht zu erhalten", damit alle Spieltermine der laufenden Saison wahrgenommen werden könnten, kündigte der zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannte Rechtsanwalt Volker Böhm an. Nach Angaben von Nürnbergs Sportdirektor Otto Sykora wurde die Mannschaft am Dienstagabend auf dem Heimweg vom erfolgreichen DEL-Auftritt bei den Hamburg Freezers über den kurz zuvor gestellten Insolvenzantrag informiert.

"Die Mannschaft hat ziemlich schockiert reagiert", beschrieb Sykora die Lage nach der traurigen Mitteilung, die die Freude über den 3:2-Erfolg nach Verlängerung bei den Hamburg Freezers schnell vergessen ließ. Allerdings seien alle im Verein gewillt, den Spielbetrieb fortzusetzen. "Wir wollen auf jeden Fall den Spielbetrieb aufrechterhalten." Zuletzt hatten in der Saison 2001/02 die Moskitos Essen und die Berlin Capitals Insolvenz anmelden müssen und wurden nach Saisonende von der DEL ausgeschlossen.

"Als Nürnberger werde ich um die Ice Tigers kämpfen"

Zur Fortsetzung des Spielbetriebs in der laufenden Saison sollen umgehend Gespräche mit der DEL, den beteiligten Sponsoren und dem Betreiber der Spielstätte Nürnberger Arena geführt werden, kündigte der vorläufige Insolvenzverwalter an. Im nächsten Schritt werde dann geprüft, "welche Möglichkeiten zur Sanierung der Ice Tigers bestehen". Böhm kündigte in den "Nürnberger Nachrichten" an: "Als Nürnberger werde ich um die Ice Tigers kämpfen."

Nürnberg steckt nach Angaben des Insolvenzverwalters "seit längerem in Liquiditätsschwierigkeiten". Bemühungen, neue Sponsoren zur Schließung der Finanzierungslücke zu finden, hätten sich zuletzt zerschlagen. Auch sei Gesellschafter und Hauptsponsor Günther Hertel, der die Franken in den vergangenen Jahren mit millionenschweren Finanzspritzen unterstützt hatte, nicht mehr bereit gewesen, neue Mittel zur Verfügung zu stellen, erklärte Böhm. "Dann gehen wir halt pleite", war Hertel vor kurzem zitiert worden.

Auch die Profis hatten zuletzt auf ihr Geld warten müssen. Die Oktober-Gehälter waren endgültig erst am Montag mit großer Verspätung ausgezahlt worden. Mit dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens seien die Zahlungen in den nächsten drei Monaten sichergestellt, betonte Böhm. Innerhalb dieser Frist muss nun auch über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens entschieden werden.