Demonstration : "PKK verrecke"

3000 Türken protestieren in München gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK. Trotz eiskalter Temperaturen heizt die Stimmung sich zwar auf, Zwischenfälle werden aber nicht gemeldet.

Till Erdtracht
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Fahne zeigen. Rund 3000 türkisch-stämmige Menschen protestieren in München gegen die PKK. -Foto: ddp

München    Die aufgeladene Stimmung in der Türkei gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK ist heute auch in der bayerischen Landeshauptstadt  zu spüren. Mit lautstark skandierten Parolen wie "PKK verrecke" zogen rund 3000 Menschen türkischer Herkunft durch die Münchner Innenstadt. Viele stemmten Schilder mit Aufschriften wie "PKK tötet unsere Kinder" hoch, die Straßen verwandelten sie zeitweise in ein Meer rot-weißer Halbmondfahnen.

Zum Protestmarsch der "Initiative gegen Terror", der sich vor allem gegen die Angriffe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK auf türkische Soldaten richtete, hatten 25 türkische Vereine aufgerufen. Bei eisigen Temperaturen heizten auf der Wegstrecke von Marien- zu Odeonsplatz vor allem junge Männer die aufgebrachte Menge an. Sie schienen auf einer Linie mit türkischen Massenmedien und Politikern, die den vor rund einem Monat aufgeflammten Konflikt mit PKK-Separatisten an der türkisch-irakischen Grenze schüren.

"Türken und Kurden sind Brüder"

Beobachter rechnen mit einer baldigen Militärschlag, nachdem sich der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan dafür Rückendeckung bei US-Präsident George W. Bush geholt hat. Einer der Veranstalter des Münchner Protests sagte, er sei zwar für friedliche Lösungen, doch wenn dies in diesem Fall nicht möglich sei, müsse es eine Offensive im Nordirak geben. Den Angaben zufolge sollte die Demonstration auch die deutsche Bevölkerung aufrütteln. Sie müsse endlich einsehen, dass PKK-Aktivisten "keine Freiheitskämpfer sondern Terroristen" seien, hieß es von den Veranstaltern.

Laut Polizei verlief der Protestmarsch, zu dem ursprünglich 10.000 Teilnehmer erwartet worden waren, ohne Zwischenfälle. 600 Beamte waren nach offiziellen Angaben im Einsatz, um mögliche Zusammenstöße mit PKK-Sympathisanten zu verhindern. Vor rund zwei Wochen war es in Berlin zu schweren Krawallen gekommen.

Demonstrationen auch in anderen Städten

Der aktuelle Konflikt entzweit in vielen deutschen Großstädten kurdische und türkische Migranten. Auch in Frankfurt protestierten der Polizei zufolge bis zu 1300 Türken friedlich gegen die militante Kurdenbewegung.

Die PKK hatte in den vergangenen Wochen ihre Angriffe im Südosten der Türkei verstärkt und innerhalb weniger Wochen Dutzende türkische Soldaten getötet. Die Regierung in Ankara droht seither mit einem großangelegten Militäreinsatz im Norden des Iraks, wo Stützpunkte der Rebellen liegen. Die PKK wird sowohl von der Türkei als auch von den USA und der EU als terroristische Vereinigung eingestuft. In Deutschland leben rund 2,4 Millionen Menschen türkischer Herkunft.(mit AFP/ddp)