Der Tagesspiegel : Den Kunden sei Dank: BVG macht weniger Verluste Verkehrsbetriebe nehmen 48 Millionen mehr ein. Dabei halfen schärfere Schwarzfahrerkontrollen

Lars von Törne

Andreas von Arnim schaut zufrieden auf das vergangene Jahr zurück. „Die wirtschaftliche Sanierung schreitet spürbar voran“, sagte der BVG-Chef gestern bei der Vorstellung der Jahresabschlusszahlen. Unterm Strich haben die Verkehrsbetriebe elf Millionen Euro erwirtschaftet. Damit konnte laut BVG das operative Ergebnis des Unternehmens – also das Verhältnis laufender Einnahmen zu Ausgaben – von minus 86 Millionen im Vorjahr auf minus 75 Euro verbessert werden.

Finanzsenator Sarrazin (SPD) lobte die BVG als gutes Beispiel für die Sanierung der hoch verschuldeten Berliner Landesunternehmen. Die Entwicklung bei den Verkehrsbetrieben sei „besonders erfreulich“, sagte Sarrazin am Dienstag bei der Vorstellung des Berichts über die Landesbeteiligungen.

Den größten Beitrag für die positiven BVG-Zahlen haben die Fahrgäste geleistet. Die Fahrgeldeinnahmen stiegen den Angaben zufolge um 48 Millionen auf knapp 470 Millionen Euro. Das liegt nach Auskunft der BVG zum einen an den gestiegenen Zahlen der Fahrgäste: Nach 890 Millionen Beförderungen im Vorjahr registrierte man 2004 rund 906 Millionen Fahrgäste. Ein weiteres Plus führt die BVG auf strengere Kontrollen zurück: Die Wiedereinführung des Vordereinstiegs bei den Bussen brachte ein Plus von 3,7 Millionen Euro. Die gesamte Schwarzfahrerquote sank von 5,7 auf 4,6 Prozent. Den größten Batzen erbrachten aber die erhöhten Tarife: 27,6 Millionen Euro Mehreinnahmen sind auf die neuen Fahrkartenpreise zurückzuführen.

Die Kürzungen beim Personal führten ebenfalls zu Millioneneinsparungen. Wegen der gesunkenen Mitarbeiterzahl sank der Personalaufwand im laufenden Geschäft um 14 Millionen Euro. Die Zahl der Arbeitsplätze wurde von 12 900 auf 12 100 gesenkt. Bis Ende 2008 ist eine weitere Reduzierung auf 9800 Arbeitsplätze vorgesehen. Außerdem sanken die Sachkosten um 7 Millionen Euro.

Mehr Geld gaben die Verkehrsbetriebe im vergangenen Jahr für neue Busse und U-Bahnen aus. 220 Millionen Euro wurden hier den Angaben zufolge investiert, 50 Millionen mehr als im Jahr zuvor.

Unterm Strich bleibt die BVG zwar weiterhin ein hoch verschuldeter Betrieb, aber zumindest steigen die Schulden nicht mehr ganz so schnell: Erstmals seit Jahren wuchs die Verschuldung um weniger als 100 Millionen. Sie liegt jetzt bei 1,08 Milliarden Euro.

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